Kornadt, Hans-Joachim

 

(geb. 1927), [EM, EW, SOZ, HIS], geb in Stargard. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums wurde er 1943 Luftwaffenhelfer und geriet bis Frühsommer 1946 in Gefangenschaft. Nach dem Ps.studium in Marburg (Diplom 1952) und der Promotion (1956) bei Heinrich Düker war Kornadt 1957–1961 Assistent an der Universität Würzburg, wechselte 1961 als Dozent an die Päd. Hochschule in Saarbrücken, arbeitete aber auch an der Universität des Saarlandes eng mit Ernst E. Boesch zus. 1964 wurde Kornadt ordentlicher Professor und im Herbst 1968 übernahm er den Lehrstuhl für Päd. Ps. und Erziehungswiss. an der Universität. Mehrere Rufe an andere Universitäten lehnte er ab. Kornadt forschte zum Bereich der projektiven Tests und zur Aggression (Kornadt 1982). Angeregt durch Boesch und durch die Beobachtung japanischer Mütter untersuchte Kornadt ab 1975 die Entwicklung der Aggressivität und der Aggressionshemmung (Kornadt, 1982, 2002; Trommsdorff & Kornadt, 2002). Weitere Untersuchungen zur Kulturvergleichenden Psychologie folgten (Trommsdorff & Kornadt, 2007).

Hans-Joachim Kornadt gehörte u. a. dem Wissenschaftsrat an, er war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und der von ihm begründeten Dt.-Japanischen Gesellschaft für Sozialwiss. Von 1998 bis 2002 war er Berater des Präsidenten der Universität Erfurt bei Fragen der Integration der Erziehungswiss. Fakultät der Päd. Hochschule in die Universität Erfurt. 2009 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Erfurt. Zu den weiteren Auszeichnungen zählt der Saarländische Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und der Deutsch-Japanische Forschungspreis.

Referenzen und vertiefende Literatur

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