Kraepelin, Emil

 

(1856–1926), [HIS, AO, DIA, KOG, PHA], Kraepelin war ein bedeutender Psychiater und Wundt-Schüler, der diagn., psycho-pharmakol. und exp.-psychol. geforscht hat. Auf Kraepelin gehen Untersuchungen zur Arbeitskurve (Kraepelin, 1902) und zu mehreren psychodiagn. Verfahren zurück. Kraepelin wurde als Sohn eines Musiklehrers und Hofschauspielers in Neustrelitz geb. Er studierte Med. mit dem Ziel Psychiater zu werden. Nach der Promotion (1878) ging er 1882 nach Leipzig, habilitierte sich für Psychiatrie, arbeitete aber auch im Labor von Wundt. 1886 wurde Kraepelin Professor der Psychiatrie in Dorpat (Tartu, Estland), 1891 Ordinarius in Heidelberg und 1903 in München, wo er dann bis 1922 lehrte und forschte. Das heutige Max-Planck-Institut für Psychiatrie hat seine Ursprünge in einem von Kraepelin geleiteten Forschungsinstitut, der 1917 gegründeten Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie. Kraepelin wandte die experimentalpsychol. Forschungsmethodik auf Fragen der Pharmakopsychologie und exp. Psychopathologie an. So untersuchte er die Wirkungen von Nahrungsmitteln wie Kaffee auf Leistung und Konzentration. Seine Untersuchungen mit eigens entwickelten Verfahren wie der Schreibwaage und einem später von Richard Pauli weiterentwickelten Test (Pauli-Test (PT)) zur Erfassung von Aufmerksamkeit und Konzentration führten zu empirischen Befunden zur Wirkung von Psychopharmaka. Kraepelin schuf ferner eine Systematik der psychiatrischen Krankheitsbilder (Nosologie), er bemühte sich zudem um einen humanen Umgang mit Geisteskranken. Über mehrere bedeutende Schüler hatte K. starken Einfluss auf die Psychiatrie des 20. Jhd.

Referenzen und vertiefende Literatur

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