Kriminologie

 

(= K.) [engl. criminology; lat. crimen Verbrechen, λόγος (logos) Lehre], [RF], die K. ist eine empirische, interdisziplinäre Wissenschaft, die sich mit den im menschlichen und gesellschaftlichen Bereich liegenden Umständen befasst, die mit dem Zustandekommen, der Begehung und der Verhinderung von Verbrechen sowie mit der Behandlung von Rechtsbrechern zus.hängen. Mit interdisziplinärem, multifaktoriellem Ansatz richtet sie ihre Forschungen im Erfahrungsbereich auf alles, was sowohl mit den Rechtsnormen als auch mit der Persönlichkeit des Rechtsbrechers und ihren Verhältnissen in Verbindung mit dem von der Rechtsordnung bzw. Sozialordnung missbilligten Verhalten zusammenhängt.

Schon Ende des 19. Jhd. befassten sich hauptsächlich Med. und Juristen mit der Frage nach dem Entstehen von Verbrechen (Lombroso). Extreme theoretische Positionen führten aber zu keinen nennenswerten, wiss. fundierten Resultaten. Bevor die K. nach dem Zweiten Weltkrieg eine eigenständige Disziplin wurde, hat man ihre Beziehungen zu den versch. Fachgebieten sehr unterschiedlich gesehen. Von einigen Autoren wird die K. als Clearing-Zentrale für die Ergebnisse versch. traditioneller wiss. Disziplinen gesehen. Mayer bezeichnet die K. als empirische Geisteswissenschaft. Für Sutherland gehört sie zu den Sozialwissenschaften. Die in Dt. wie auch in anderen Ländern angestrebte Richtung geht dahin, dass die K. auf empirischem Weg das Verbrechen, den Verbrecher und die Verbrechensverhütung gemeinsam mit anderen Fachrichtungen untersucht. Daraus resultiert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Juristen, Psychiatern (Psychiatrie), Soziologen (Soziologie) und Ps.

Referenzen und vertiefende Literatur

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