Krueger, Felix

 

(1874–1948), [DIA, FSE, HIS, WA], gilt als Begründer und Leiter der Zweiten Leipziger Schule, von ihm Strukturpsychologie genannt, heute meist in Abhebung von der Berliner Schule der Gestaltpsychologie unter dem Begriff der Ganzheitspsychologie (Krueger-Ganzheitspsychologie, Ganzheit) bekannt. Krueger studierte in Straßburg, Berlin und München Philosophie, Ps., Naturwissenschaften und Geschichte der Nationalökonomie. An der Universität München promovierte er 1897 mit einer philosophischen Arbeit. Im gleichen Jahr wurde er Assistent von Wundt in Leipzig, wechselte 1899 nach Kiel, kehrte 1902 zurück und konnte sich 1903 habilitieren. 1906 erhielt er einen Ruf auf eine ordentliche Professur an der Universität Buenos Aires. 1908 kehrte er nach Leipzig zurück, 1910 wurde er ao. Prof. und noch im gleichen Jahr o. Prof. in Halle. Mit Spearman entwickelte er Ideen zur Faktorenanalyse. Von 1914–1917 leistet Krueger Kriegsdienst, 1917 wurde er der Nachfolger von Wundt. Von 1933 bis 1936 war Krueger Vorsitzen­der der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und leitete diese nach dem Führerprinzip; er richtete auch den 13. Kongress 1933 in Leipzig aus. Krueger stand mit seiner dt.nationalen und antidemokratischen Haltung dem Nationalsozialismus nahe, war jedoch nicht Mitglied der NSDAP. Nachdem Krueger sich in einer Vorlesung 1936 pos. über jüdische Gelehrte wie «den edlen Juden» Spinoza geäußert hatte, wurde er denunziert. Für das Sommersemester 1936 erhielt er Lehrverbot, Krueger ließ sich krankschreiben und musste von seinem Amt als Rektor zurücktreten. 1938 musste er, vorzeitig emeritiert, die Universität Leipzig verlassen. Er zog sich nach Potsdam zurück und zog Ende des Zweiten Weltkrieges nach Grenzach bei Basel um. Krueger wirkte über seine Schüler Sander, Hans Volkelt, Wellek und andere prägend auf die Ps. in Dt. bis weit in die Nachkriegszeit.

Referenzen und vertiefende Literatur

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