Kulturdimensionen

 

(= K.) [engl. cultural dimensions], [PER, SOZ], K. sind z. T. empirisch entwickelte hypothetische Konstrukte, die zur Beschreibung und zum Vergleich von Kulturen herangezogen werden können. Es wird davon ausgegangen, dass es universelle menschliche Problemstellungen gibt, auf die Gruppen oder Gesellschaften eine Antwort entwickeln müssen und sie darüber auch verglichen werden können. Die bekanntesten K.-Modelle stammen von E.T. Hall und G. Hofstede. Hall unterscheidet drei grundlegende Dimensionen kult. Handelns, nämlich das Verhältnis zu Raum, Zeit und Kommunikation. G. Hofstede ermittelte auf der Grundlage einer umfangreichen Fragebogenstudie zu arbeitsplatzbezogenen Werthaltungen in den weltweiten IBM-Niederlassungen (N = 116000) fünf K.: (1) Individualismus/Kollektivismus (Inwieweit bin ich ein autonom handelndes Subjekt oder eingebettet in ein soziales Netzwerk?); (2) hohe/geringe Machtdistanz (Inwieweit müssen Machtunterschiede legitimiert werden oder sind sie quasi naturgegeben?); (3) Maskulinität/Feminität (Wie getrennt sind die Rollen von Mann und Frau in einer Gesellschaft?); (4) hohe/geringe Unsicherheitsvermeidung (Wie viel Unsicherheit sind Mitglieder einer Gesellschaft bereit zu ertragen?); und (5) langfristige/kurzfristige Zeitorientierung (Wie langfristig ist das Denken von Menschen in einer best. Kultur angelegt?). In jüngerer Zeit wurde versucht, mit der sog. GLOBE-Studie einige der meth. Schwächen bisheriger K.-Modelle zu vermeiden. Dort wurden im Kontrast zu Hofstede nicht nur quant. Daten auf nationalkult. Ebene gesammelt, sondern auch umfangreiche qual. Beschreibungen einzelner Kulturen angefertigt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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