kybernetische Pädagogik

 

[engl. cybernetic pedagogy], [PÄD], Betrachtung päd. Maßnahmen entspr. dem Regelkreismodell der Kybernetik. Das kybernetische Problem (Informations- und Regelungs- bzw. Kommunikationsabläufe in und zw. geschlossenen Systemen) ist in der Erziehungswissenschaft dabei allg.päd. und unterrichtsspezifisch gestellt. Allg.pädagogisch werden Erziehungsstile als Sollwertbestimmungen für Setzungen mit Ideologiequalität im jew. sozialkult. Bezugsrahmen angesehen. Wird die primäre Funktion des Lehrers als Reglerfunktion best., erscheint die päd. Konstellation in ihrem Prozesscharakter als prinzipiell logifizierbar und kalkulierbar (Frank, 1969, Weltner, 1970). Versuche zur Konstituierung einer kybernetischen Didaktik haben besonders den programmierten Unterricht gefördert, auch wurde das Regelkreisschema für die Curriculumforschung übernommen (Hentig, 1965). Vor allem aber sind Lehr- und Lernprozesse in Richtung einer Redundanztheorie des Lernens und der Didaktik aufgearbeitet worden (Cube, 1971). Der Vorzug des kybernetischen Ansatzes liegt im Sichtbarmachen versch. Fragestellungen, der Nachteil in der begrenzten Reichweite im humanwissenschaftlichen Bereich. Wird dies nicht beachtet, rückt die kybernetische Pädagogik in die Nachbarschaft behavioristischer Ideologie (Behaviorismus) von der prinzipiellen Machbarkeit und Berechenbarkeit menschlichen Verhaltens und damit einer Technisierung der Erziehungs- und Unterrichtsprozesse. Durch die konsequente Trennung von Struktur und Inhalt des Lernens in der Redundanztheorie wird die sinnstiftende Leistung des Lernenden übersehen und die Instrumentalisierung des Lernens verabsolutiert, mithin Bildungstheorie auf Bildungstechnik reduziert.

Referenzen und vertiefende Literatur

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