Labilitätsindex

 

(= LI.) [engl. lability index; lat. labare wanken, schwanken], [DIA, EW, FSE, PER], der LI. ist ein Maß, das Auskunft über die intraindiv. Stabilität einer Fähigkeits- oder Persönlichkeitsausprägung im Vergleich zur Gesamtstichprobe gibt (vgl. Intelligenz, Niveaustabilität). Zur Berechnung des LI. werden zunächst für das betreffende Merkmal z-Werte für das Individuum und alle Messzeitpunkte ermittelt sowie die Standardabweichung dieser indiv. z-Werte. Niedrige Werte (nahe an 0) zeigen eine hohe Konstanz des Merkmals der Person über die Zeit hinweg im Vergleich zur Bezugsgruppe an, hohe Werte (nahe an 1 oder darüber) eine große Labilität (= L.). Dabei bedeutet eine große L., dass das Individuum zu versch. Messzeitpunkten sehr unterschiedliche Ausprägungen eines Merkmals im Vgl. zur Gesamtstichprobe aufweist (z. B. einmal deutlich über- und einmal deutlich unterdurchschnittliche Intelligenzwerte).

Da die mittlere Stabilität eines Merkmals eine Vielzahl versch. indiv. Entwicklungsmuster widerspiegeln kann, bietet der mittlere LI. in der psychol. Forschung zusätzliche Informationen über die Heterogenität der Entwicklungsmuster innerhalb einer Stichprobe. Anders als Korrelationen, die nur die durchschnittliche Stabilität eines Merkmals in einer Gesamtgruppe zu versch. Messzeitpunkten wiedergeben, liefern mittlere LI. Informationen darüber, ob es unabhängig vom Zusammenhang auf Gruppenebene Individuen gibt, die sich deutlich stärker oder schwächer als die restlichen Individuen in ihrer Merkmalsausprägung über die Zeit hinweg verändern. Ursachen für hohe oder geringe L. von Individuen oder Teilgruppen können dann in einem folg. Schritt best. und analysiert werden.

Referenzen und vertiefende Literatur

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