Lallen, Lallphase, Lallperiode

 

(= L.) [engl. babbling stage], [EW, KOG], damit beginnt das Kind mit etwa 4–6 Monaten. Dabei stellt die Lallbewegung zunächst eine rein motorische Aktivität dar, die weitgehend physiol. best. ist. Gewinnt das Kind eine auditive Kontrolle über die Laute, so kann man vom rückgekoppelten L. sprechen. Ungefähr im 8. Lebensmonat kommt es dann von der zunächst noch ungenauen Produktion einzelner Silben dazu, Silben seriell genau zu bilden, wobei Vokal-Verbindungen und/oder Vokal-Konsonant-Verbindungen vorherrschen. Konsonantenhäufungen fehlen hingegen noch völlig. Innerhalb der Lallperiode baut sich das Kind allmählich ein phonologisches Regelsystem (Phonetik, Phonologie) auf, das ihm die Konstruktion von Lautsequenzmustern erlaubt (Sprachproduktion). Die Lalltätigkeit ist von der Funktionslust (Bühler) getragen, sie stellt aber nicht, wie oftmals behauptet, ein unbedingt notwendiges Vorstadium für die Sprachentwicklung dar (Lenneberg, 1972). Die anfänglich beobachtbare Lalltätigkeit bei gehörlosen Säuglingen verschwindet sehr bald wieder wegen der fehlenden Möglichkeit der auditiven Kontrolle über die geäußerten Laute.

Verwendete Literatur

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