Lautgebärde

 

(= L.) [engl. sound gesture], [KOG, SOZ], die motorisch-artikulatorische Bewegungsgestalt beim Aussprechen eines sinnvollen Wortes (Artikulation), sofern die Bewegungsgestalt mit der zugehörigen Wortbedeutung zus.hängt (Wundt, 1893). Die L. ist neben der Lautmalerei und der Lautsymbolik eine Form des phonetisch-semantischen Zusammenhangs (Phonetik, Semantik). Unmittelbar abbildend ist die L. bei Wörtern, die Mundverhaltensweisen bez. (gähnen, speien), nachahmend oder anähnelnd bei Wörtern, die Bewegungen, Handlungen, Naturgeschehnisse bez. (dehnen, ducken, kneten, rollen), quasi-demonstrativ bei z. B. Ortsadverbien (dort vs. hier; Zunge in Dentalstellung: Zeigegebärde). Deutungen des Einzelfalls sind oft unzuverlässig. Beweiskräftiger sind Ergebnisse von sprachvergleichenden Lautstatistiken (Psychophonetik). Gebärdensprache.

Verwendete Literatur

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