Lautsymbolik

 

(= L.) [engl. sound symbolism], [KOG], syn. Lautmetaphorik, neben Lautmalerei und Lautgebärde eine Form des phonetisch-semantischen Merkmalszusammenhangs. Es handelt sich um Gefühlswert-Ähnlichkeiten (Gefühl) zw. Lautgebilde und Wortbedeutung (Bedeutung), etwa Liebe = «zart» als gesprochenes Lautgebilde und «zart» als Komponente des Bedeutungserlebnisses. Die unzuverlässige Methode der Auswahl passender Bsp. wurde durch die Methode der Zuordnung von Bedeutungsalternativen zu Wort-Lautgebilden aus unbekannten Sprachen, durch Lautstatistiken bei Wörtern gleicher Bedeutung aus umfangreichen Sprachstichproben (Sprachstatistik) und durch die Methode des semantischen Differenzials ersetzt (Ertel, 1976). L. scheint universell aufzutreten, d. h. in voneinander unabhängigen Sprachen kommen gleiche bzw. ähnliche phonetische Repräsentationen für best. Gefühlswerte vor. Unabh. vom Vorkommen der L. bei sinnvollen Wörtern wurden die Gefühlswerte künstlich hergestellter sinnfreier Lautgebilde bzw. einzelner Vokale oder Konsonanten (Lautphysiognomik) exp. untersucht. Die Probleme der L. sind mit denen der Synästhesie teilidentisch. L. wird in Poesie und Prosa mit lautstilistischer Absicht verwendet. Psychophonetik.

Verwendete Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.