Lazarus, Moritz (Moses)

 

(1824–1903), [HIS, SOZ], Philosoph, Völkerpsychologe, Pädagoge jüdischer Herkunft. Geboren in Filehne (damals preußische Provinz Posen), 1845 Beginn des Studiums der Theologie, Philosophie, Ps. und anderer Fächer in Berlin, 1849 Promotion mit der Arbeit De educatione aesthetica. Anschließend zehn Jahre lang Privatgelehrter in Berlin, 1860 Honorarprofessor in Bern, 1862–1865 dort o. Prof. Rückkehr nach Berlin, 1866 Beginn von Vorlesungen zur Philosophie für Offiziere und höhere Beamte an der Kriegsakademie in Berlin, 1875–1895 Honorarprofessor für Philosophie an der Berliner Universität, dort Vorlesungen zur Philosophie, Ps., Rechtslehre, Kultur- und Kunstgeschichte und Pädagogik. 1897 Übersiedlung nach Meran, wo er 1903 verstarb (zur Biografie s. die Lebenserinnerungen aus dem Nachlass, herausgegeben von Lazarus & Leicht, 1906). Gemeinsam mit Steinthal gilt Lazarus als Begründer der Völkerpsychologie (Eckardt, 1997, Sprung, 2003), die er bereits 1851 unter dem Einfluss von Hegel, Herbart und W.v. Humboldt entwarf und die ihren Niederschlag in der von Lazarus und Steinthal herausgegebenen Zeitschrift für Völkerpsychologie (1860–1890) fand. Anliegen war die Darstellung der Geschichte und Gegenwart des kult. Zusammenlebens.

Referenzen und vertiefende Literatur

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