Lebensalter, drittes und viertes

 

[engl. third and fourth age], [EW], der Lebenslauf (Lebensspannenpsychologie) wird meist in drei Lebensabschnitte unterteilt: Bildungsphase (Kindheit und Jugend; Adoleszenz), Erwerbstätigkeits- und Familienphase sowie Ruhestand (Alter; Psychologie des Alterns). Der Übergang zw. den versch. Lebensaltern wird durch Statuspassagen markiert, z. B. durch den Wechsel von der Erwerbsarbeit in den Ruhestand (Ruhestand, Anpassung an). In der Gerontologie (Altersforschung) wird deshalb der Beginn des Alters meist mit der chronologischen Altersgrenze von 65 Jahren (Regelaltersgrenze) angesetzt. Es erscheint jedoch sinnvoll, die Lebensphase Alter weiter zu unterteilen. Zum einen aufgrund der Tatsache, dass die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen ist. Damit umfasst das Alter mittlerweile oftmals zwei, drei und teilweise sogar vier Jahrzehnte. Zum anderen können innerhalb der langen Lebensphase des Alters häufig zwei qual. unterschiedliche Phasen differenziert werden, eine Zeit in eher guter Gesundheit und hoher Selbständigkeit sowie eine zweite Phase, in der gesundheitliche Beeinträchtigungen sowie Hilfe- und Pflegebedarf deutlich verbreiteter sind. In der Gerontologie wird deshalb zw. einem dritten Lebensalter (oder junges Alter) und einem vierten Lebensalter (hohes Alter, Hochaltrigkeit) unterschieden. In der Praxis von Forschung und Sozialberichterstattung wird der Beginn des vierten Lebensabschnitts, d. h. der Phase der Hochaltrigkeit, mit 80 bis 85 Jahren angegeben. Dieses Kriterium deckt sich zugleich mit jenem, das in der Demografie angelegt wird. Hier werden Mortalitätsprozesse herangezogen und der Beginn der Hochaltrigkeit als das Lebensalter definiert, zu dem 50 Prozent der Angehörigen eines Geburtsjahrgangs verstorben sind. Sollte sich die Lebenserwartung auch in Zukunft dynamisch verändern, würde sich die demografisch verankerte Differenzierung von Altersgruppen wandeln.

Verwendete Literatur

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