Lebensbewältigung im Alter

 

[engl. coping with life  in old age], [EW], die zentrale Anforderung des hohen Erwachsenenalters (spätes Erwachsenenalter, Lebensalter, drittes und viertes) ist die Aufrechterhaltung des bestehenden Funktions- oder Leistungsniveaus angesichts der steigenden Entwicklungsverluste (z. B. kogn. Einbußen, gesundheitliche Einschränkungen, soz. Rollen). Diese Veränderungen in der Ressourcenlage erfordern entwicklungsregulative Prozesse, um die biol., psychol. und sozial-kontextuellen Veränderungen im hohen Erwachsenenalter zu bewältigen. Einer dieser Prozesse ist eine Verschiebung der motivationalen Orientierung (Motivation, Motiv) über das Erwachsenenalter von einem Fokus auf Wachstum und dem Erreichen von Gewinnen im jungen Alter hin zu einem Fokus auf Aufrechterhaltung und Vermeidung von Verlusten im hohen Alter. Weiterhin gewinnen mit zunehmendem Alter kult. Ressourcen an Bedeutung, um Verluste des biol. Alterns zu kompensieren (Baltes et al., 2006). Daneben spielen die entwicklungsregulativen Prozesse der Selektion und Kompensation eine zentrale Rolle für eine erfolgreiche Lebensbewältigung im Alter (Selektion, Optimierung und Kompensation, Modell der (SOK-Modell)). Ein anderes Modell der Lebensbewältigung im Alter ist das Zweikomponenten-Modell des Copings von Brandtstädter und Kollegen (assimilatives und akkommodatives Coping), nach dem die Anpassung von Zielstandards eine wichtige Rolle für die Bewältigung von Verlusten darstellt. Ähnlich wird im Modell der Optimierung durch primäre und sekundäre Kontrolle von Heckhausen et al. davon ausgegangen, dass das Disengagement von unerreichbaren Zielen und selbstwertschützende Attributionen (Kausalattribution) oder soziale Vergleiche dabei helfen, altersbezogene Verluste zu bewältigen und das Gefühl der Kontrolle über die Umwelt aufrechtzuerhalten. Einen anderen Ansatz zur Lebensbewältigung im Alter verfolgt Erikson (1959; Entwicklung, psychosozialer Ansatz nach Erikson), nach dem die erfolgreiche Bewältigung zentraler Herausforderungen des Alters das Erreichen von Weisheit als der höchsten Entwicklungsstufe ermöglicht. Der Lebensrückblick spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Ich-Integrität, also die Akzeptanz eigener Entscheidungen im Leben, der erlebten Erfolge. Weisheit entsteht dann als Synthese aus Ich-Integrität und Verzweiflung, wenn auch Misserfolge und unglückliche Ereignisse im eigenen Leben anerkannt werden. Psychologie des Alterns.

Verwendete Literatur

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