Lehren

 

(= L.) [engl. teaching], [PÄD], ist eine Tätigkeit, von der angenommen werden kann, dass sie Lernprozesse (Lernen) anderer beeinflusst. Damit Lernende, i. S. von Wissenserwerb, erfolgreich lernen (Lernen, schulisches) und Lehrziele (Lernerfolgsmessung) erreichen können, muss L. aus kognitionspsychol. Perspektive folg. sechs Lehrfunktionen erfüllen (Klauer & Leutner, 2012): Lernende müssen (1) motiviert sein (Motivation); sie müssen (2) Informationen aufnehmen, diese (3) kogn. verarbeiten, (4) speichern (Gedächtnis) und abrufen (Abruf) sowie (5) anwenden und auf neue Problemstellungen übertragen (transferieren) können (Transfer). Die Erfüllung dieser Lehrfunktionen muss schließlich (6) gesteuert und kontrolliert werden. Als Ergebnis der Lehr-Lern-Forschung lassen sich zahlreiche Möglichkeiten aufzeigen, wie Lernende z. B. erfolgreich motiviert werden können, wie Lernsituationen und Lehrmaterial z. B. so zu gestalten sind, dass die lernrelevanten Informationen möglichst gut aufgenommen werden können, was Lernende z. B. tun sollten, um die aufgenommenen Informationen bedeutungsbezogen tief zu verarbeiten (Elaborationsstrategien). Wenn Lernende alle sechs Lehrfunktionen für sich selbst erfüllen, handelt es sich um selbstreguliertes Lernen (Lernen, selbstgesteuertes). So verstanden ist L. nicht nur eine Tätigkeit von Lehrpersonen an Schulen, sondern eine Tätigkeit, die als maßgebliche Grundlage jeglicher Bildungsprozesse innerhalb und außerhalb von Bildungsinstitutionen angesehen werden kann.

Referenzen und vertiefende Literatur

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