Lehrstrategien, darstellende

 

(= d.L.) [engl. representing instructional/teaching strategies], [KOG, PÄD], bezeichnet unterschiedliche Methoden der systematischen Vermittlung von Lerninhalten (Lehren). Dabei liegt die Aktivität aufseiten der Lehrperson, die auch den Lerngegenstand und die Lehrziele def. Auf der Seite des Lernenden handelt es sich um einen in erster Linie rezeptiven Prozess der Informationsaufnahme. Verschiedene Modelle fokussieren unterschiedliche Elemente von d.L., deren gemeinsames Kennzeichen die strikt rationale und systematische Planung (Planen) und Durchgestaltung des Lehr-Lern-Prozesses ist. Nach Ausubels Modell des darbietenden Lernens (expository teaching; Ausubel, 1974) wird zunächst mit advance organizers das Vorwissen der Lernenden aktiviert und der Lernstoff (Lernmaterial) dann, i. S. einer progressiven Differenzierung sachlogisch vom Allgemeinen zum Spezifischen, von der Lehrperson präsentiert. Die Lernenden integrieren die versch. Wissensinhalte und verknüpfen diese mit ihrem Vorwissen. Abschließend wird das Gelernte durch Übung (Üben) konsolidiert. Der Lernprozess verläuft i. S. eines deduktiven Prozesses (Deduktion) vom Allgemeinen zum Spezifischen, ganz i. Ggs. zu den Vorstellungen des entdeckenden Lernens. Modelle des zielerreichenden Lernens (mastery learning) betonen den kumulativen Charakter hierarchisch aufbauender Lehr-Lern-Prozesse: Erfolgreiches Lernen setzt demnach voraus, dass genügend Zeit zur Verfügung gestellt wird, verbunden mit einer systematischen Prüfung von Zwischenzielen. Modelle der direkten Instruktion (Instruktionsmethoden) beziehen sich weniger auf eine kohärente Theorie, sondern sind vielmehr aus der Prozess-Produkt-Forschung zur Unterrichtsqualität abgeleitete Instruktionsmuster effektiven Unterrichtens: Nach der Bestimmung der Lerninhalte und Lernziele wird der Lernstoff in kleine Einheiten zerlegt, nach Prüfung der Lernvoraussetzungen explizit vermittelt und anschließend wird das Verständnis überprüft. Nach einer Phase des selbstständigen Übens folgt abschließend die Lernerfolgskontrolle (Lernerfolgsmessung). Verschiedene Studien belegen die Wirksamkeit der d.L. Kritisiert wird an den d.L., dass den Lernenden dabei weitgehend eine passiv-rezeptive Rolle zugeschrieben wird. Wenn aber auf Eigenaktivitäten und Selbststeuerung (Lernen, selbstgesteuertes) verzichtet wird, kann das die Lernmotivation (Lernmotivation, aktuelle und habituelle, Lernmotivation, intrinsische und extrinsische) und die Transferierbarkeit der neu erlernten Kenntnisse und Fertigkeiten neg. beeinflussen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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