Lehrstrategien, problemorientierte

 

(= p.L.) [engl. problem-oriented instructional/teaching strategies], [KOG, PÄD], verfolgen die Idee, dass der Wissensaufbau (Wissenserwerb) in einem engen Bezug zur Wissensanwendung gestaltet wird, um den Transfer des Gelernten auf reale Problemsituationen zu erleichtern. P.L. basieren auf kogn.- und sozialkonstruktivistischen (Sozialkonstruktivismus) Lehr-Lern-Theorien (Lehr-Lern-Forschung), mit einer im Unterschied zu den darstellenden Lehrstrategien vgl.weise geringeren externalen Steuerung des Lernprozesses (Lehr-Lern-Prozesse). Eine grundlegende Theorie p.L. ist die des entdeckenlassenden Lehrens von J. Bruners (1961), in der Wissenserwerb als ein Induktionsprozess verstanden wird, bei dem die Lehrperson die Lernenden mit einer an ihren Vorkenntnissen und Interessen orientierten, möglichst authentischen und realistischen Problemsituation (Problem) konfrontiert. Die Lernenden erarbeiten sich in aktiver Auseinandersetzung selbstständig Lösungen (Problemlösen) und erwerben dabei, über das sachinhaltliche Wissen hinaus, spezif. Strategien und allg. Heuristiken des Problemlösens. Die Lehrperson gibt, wenn nötig, Hilfen, um einer Entwicklung von Misskonzepten entgegenzuwirken. Situations- und Kontextgebundenheit sowie ein hohes Maß an Aktivitäten der Lernenden als zentrale Gestaltungsprinzipien der p.L. sind bspw. bei den Methoden der kognitiven Meisterlehre und des reciprocal teaching der Verstehensanker (anchored instruction) oder in der fallbasierten Ausbildung von Med. und Juristen in unterschiedlichem Ausmaß realisiert, teilweise ergänzt mit Elementen darstellender oder kollaborativer Lehrstrategien. Die unterschiedliche Realisierung p.L. erschwert eine globale Aussage über ihre Wirksamkeit. Vergleichsstudien belegen jedoch die Wirksamkeit spezif. Methoden. Lehren.

Referenzen und vertiefende Literatur

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