Leistungsmotivation, Selbstbewertungsmodell

 

(= S.) [engl. self-evaluation model of achievement motivation], [EM, PÄD], ist ein von Heckhausen (1972) konzipiertes Modell aus der Leistungsmotivationsforschung. Das S. versteht das Leistungsmotiv als ein aus drei Teilprozessen bestehendes System. Die Teilprozesse sind Zielsetzungen, Kausalattributionen und Selbstbewertungsemotionen. Diese wirken zus. und stabilisieren das Erfolgsmotiv (Hoffnung auf Erfolg) und Misserfolgsmotiv (Furcht vor Misserfolg) wie folgt: Erfolgsmotivierte streben danach, ihre Kompetenzen optimal einsetzen zu können und zu zeigen. Sie sind erfolgszuversichtlich und haben pos. Erwartungsemotionen (z. B. Stolz). Für ihre Handlungsdirektive, die eigene Tüchtigkeit zu steigern, eignen sich realistische Ziele am besten. Für eintretende Erfolge wie auch für Misserfolge finden sie selbstwertdienliche (Selbstwertgefühl) Ursachenzuschreibungen. So schreiben sie z. B. Erfolge ihren stabilen Fähigkeiten zu und finden für Misserfolge Ursachen außerhalb ihrer Person (z. B. Pech). Selbst wenn genauso viele Ziele erreicht wie verfehlt werden, ist die Affektbilanz insges. pos. Dies verstärkt die Handlungsdirektive Erfolgsmotivierter, ihre Kompetenzen erweitern zu wollen, was wiederum über pos. Erwartungsemotionen erneut zu realistischen Zielsetzungen führt. I. Ggs. dazu verfolgen Misserfolgsmotivierte die Handlungsdirektive, den mit Misserfolgen assoziierten Selbstwertbelastungen aus dem Wege zu gehen. Sie vermeiden realistische Aufgaben, die ihnen eine Rückmeldung ihrer (erwarteten In-)Kompetenz geben würden. Stattdessen wählen sie sehr leichte Aufgaben, bei denen die erzielten Erfolge kaum selbstwertdienlich interpretiert werden können, oder sehr schwere Aufgaben, deren Verfehlung den Selbstwert belasten. Die resultierende neg. Affektbilanz verstärkt die Handlungsdirektive Misserfolgsmotivierter und ihr Zielsetzungsverhalten. Das S. findet in Motivationstrainings, die auf eine Reduktion misserfolgsorientiertes Verhaltens abzielen, im schulischen Kontext Anwendung. Selbstwirksamkeitserwartung.

Verwendete Literatur

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