Lernbiografie

 

(= L.) [engl. learning biography], [KOG, PÄD], ist ein konzeptioneller Begriff der empir. Biografie- und Bildungsforschung und hebt die Relevanz von sozialen Interaktionen und biografiebezogenen Aspekten im Lernprozess einer Person hervor. Neben den kogn. stehen dabei auch die sozialen Voraussetzungen beim Lernen im Fokus. Dem Sozialkonstruktivismus folg., beschreibt die L. die Lerngeschichte einer Person und umfasst das im Lebensverlauf erworbene Wissen (Wissenserwerb) sowie indiv. ErfahrungenErinnerungen und Wahrnehmungen. Lern- und Bildungsprozesse finden nicht nur in institutionellen Bildungseinrichtungen statt, sondern auch ständig im Alltag durch soziale Interaktionen über die gesamte Lebensspanne hinweg (soziales Lernen, lebenslanges Lernen). Lernprozesse finden zum einen indiv. statt, zum anderen sind Lernprozesse in der L. geprägt durch den gesellschaftlichen, kult. und sozialen Kontext, in denen ein Individuum lebt, lernt und das Lernen stattfindet. In die L. wird Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges durch ständige Reflexion des eigenen (Lern-)Verhaltens in Wechselwirkung mit der Umwelt einbezogen. Indiv. Bildungs- und Lernprozesse haben auch Einfluss auf die Identitätsentwicklung einer Person (Identität und Lernen).