Lernen, aktives

 

(= a. L.) [engl. active learning], [PÄD], der Begriff des a. L. wird i. d. R. als Ggs. zum Lernen in traditionellen Lehr-Lern-Formen (z. B. lehrergesteuerter Unterricht, Vorlesung; Lehr-Lern-Methoden), in denen die Lernenden als passiv angesehen werden, verwendet. A. L. bedeutet, dass sich die Lernenden aktiv darum bemühen, sich Wissen und Fertigkeiten (Fertigkeit) anzueignen. Prototypisch kann man drei Konzeptionen von a. L. unterscheiden. Insbes. Ansätze des situierten Lernens (Lernen, situiertes) und viele sozio-konstruktivistische (Sozialkonstruktivismus) Ansätze betonen, dass a. L. vor allem offene Lernaktivitäten wie Problemlösen, Explorieren oder mit den Mitlernenden in den Diskurs Treten beinhaltet (Perspektive des aktiven Tuns). Kognitiv-konstruktivistisch Ansätze (Konstruktivismus) betonen, dass bedeutungshaltiges Lernen vor allem aus der aktiven mentalen Auseinandersetzung mit dem Lernstoff resultiert (Perspektive der aktiven Informationsverarbeitung). Offene Lernaktivitäten, wie z. B. Problemlösen (Lernen, problemorientiertes), können, müssen aber nicht die aktive mentale Auseinandersetzung fördern; dies hängt von Randbedingungen, wie etwa dem Vorwissen der Lernenden, ab. Schließlich differenziert ein dritter Ansatz die Perspektive der aktiven Informationsverarbeitung aus (Perspektive der fokussierten Informationsverarbeitung). Dies wird über Befunde begründet, die zeigen, dass nicht eine irgendwie geartete mentale Auseinandersetzung mit dem Lernstoff entscheidend ist. So führt etwa ungerichtetes Explorieren der Lerndomäne zu wenig Lernerfolg. Vielmehr ist es für guten Lernerfolg zentral, dass die Informationsverarbeitung der Lernenden auf die zentralen Konzepte und Prinzipien fokussiert.

Verwendete Literatur

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