Lernen, interpersonelles

 

(= i. L.) [engl. interpersonal learning], [KLI, PÄD, SOZ], ist eine Form von sozialem Lernen. Es beschreibt Lernprozesse, die in der unmittelbaren Interaktion mit anderen Menschen stattfinden (soziale Interaktion). I. L. ist bzgl. des Erwerbs angemessener sozialer Fertigkeiten (Fertigkeitserwerb) effektiver als Lernen nach Versuch und Irrtum. Der amerik. Psychologe Irvin Yalom benennt i. L. als einen der zentralen Wirkfaktoren der Gruppentherapie. In einer Gruppentherapie besteht unter geschützten Bedingungen die Möglichkeit herauszufinden, wie eigenes Verhalten andere Menschen beeinflusst und das Verhalten anderer das eigene Verhalten beeinflusst. Die Teilnehmer können lernen, wie sie sich eigene Bedürfnisse erfüllen und die Bedürfnisse anderer respektieren können. Sie können Gemeinsamkeiten und Unterschiede in kogn. und emotionalen Prozessen herausfinden. Gruppentherapie versucht, durch die Herstellung der instrumentellen Gruppenbedingungen und durch Techniken wie Verhaltensexperimente günstige Bedingungen für i. L. zu schaffen. Traumatisierung (Trauma) blockiert interpersonelle Lernprozesse. Ungünstige mentale Repräsentation anderer Menschen führt zu selbsterfüllenden Prophezeiungen (self-fulfilling prophecy). Im sozialen Alltag ist i. L. häufig blockiert durch hierarchische Strukturen, die keine offene Kommunikation ermöglichen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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