Lernen, problemorientiertes

 

(= p. L.) [engl. problem-based learning], [PÄD], der Begriff p. L. wird für versch. Lehr-Lern-Arrangements (Lehr-Lern-Methoden) verwendet, die ein Problem an den Anfang setzen, das als Ausgangspunkt für das Lernen dient. Dieses Problem bildet für das weitere Lernen idealiter einen kogn. Anker, der Vorwissen aktiviert und den Horizont der zu erwerbenden Wissensinhalte strukturiert, und einen motivationalen Anker, der bei den Lernenden Interesse weckt und damit tiefe Verarbeitung erleichtert (anchored instruction). Ein Hauptziel von p. L. – oft in Abgrenzung von traditionellen Formen der direkten Instruktion oder des rezeptiven Lernens – ist es, tiefes Verstehen und anwendbares Wissen zu vermitteln. Manche Arrangements des p. L. sind nahe an traditionellen Formen des rezeptiven Lernens, etwa wenn Schüler ein zu diskutierendes Ausgangsproblem bekommen (z. B. Erklärung des Schrumpfens bzw. Platzens von Blutzellen in Salzwasser bzw. reinem Wasser), das den Wissenserwerb aus einem folg. Text über Osmose optimieren soll. Weniger rezeptive Formen des p. L. betonen z. B. die Schülerzentrierung und Selbststeuerung, die Authentizität des Ausgangsproblems und das Arbeiten in Kleingruppen. Letztere Formen des p. L. werden auch von Proponenten der situierten Kognition favorisiert, um damit die Lernaktivitäten mit späteren möglichen Anwendungsaktivitäten möglichst in Übereinstimmung zu bringen; damit sollen Wissensanwendungsprobleme reduziert werden. P. L. ist geeignet – allerdings nur, wenn es angemessen implementiert wird –, Verstehen und anwendbares Wissen zu fördern. Eine Gefahr besteht darin, dass bisweilen beim p. L. Wissen über grundlegende Konzepte und Fakten vernachlässigt wird.

Verwendete Literatur

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