Lernstrategien, affektive

 

(= a. L.) [engl. affective learning strategies], Affekt, [EM, PÄD], oft als Stütz- oder Sekundärstrategien bezeichnet, ermöglichen es Lernenden, motivationale (Motivation) und emot. (Emotionen) Prozesse beim Lernen (Lernen, schulisches) zu regulieren. A.L. sind von den kogn. Primärstrategien (Lernstrategien, kognitive) zu unterscheiden und tragen auf indirekte Weise zum Wissenserwerb bei. In der Literatur wird eine Vielzahl an a. L. beschrieben (Wolters, 2003), die in den versch. Phasen selbstreguliertes Lernen; präaktional, aktional, postaktional) zum Tragen kommen. Dabei kann zw. Ressourcenstrategien (Ressource), volitionalen Strategien (Volition) und selbstbilderhaltenden Strategien (Selbstbild) unterschieden werden. Ressourcenstrategien beziehen sich auf den Umgang mit externen Ressourcen (materielle und soziale Ressourcen, Zeit). Eine Ressourcenstrategie in der präaktionalen Phase ist das Herrichten der Lernumgebung, in der alle wichtigen Lernutensilien griffbereit sind, der Lernende sich wohlfühlt und auf die Aufgabe konzentrieren kann. Volitionale Strategien dienen der Aufrechterhaltung von Aufmerksamkeit und Anstrengung (interne Ressourcen) durch Kontrolle von Motivation und Emotion. Um sich für eine Aufgabe zu motivieren, stellen sich Lernende in der präaktionalen Phase etwa ein pos. Lernergebnis (Lernerfolg) und eine damit verbundene Belohnung vor. Während des Lernens (aktionale Phase) rufen sie sich diese Vorstellung gelegentlich ins Bewusstsein, um auf diese Weise die Lernmotivation (Lernmotivation, aktuelle und habituelle, Lernmotivation, intrinsische und extrinsische) und Konzentration aufrecht zu erhalten. Zu den selbstbilderhaltenden Strategien zählen u. a. Kausalattributionen in der postaktionalen Phase, wenn Misserfolg (Erfolg und Misserfolg) auf mangelnde Anstrengung oder Aufgabenschwierigkeit statt auf mangelnde Fähigkeit attribuiert wird. Empir. Studien belegen die Bedeutung der skizzierten a. Strategien für das selbstregulierte Lernen. Ungeklärt ist teils bei den selbstbilderhaltenden Strategien, inwiefern diese tatsächlich intentional (Intention) gesteuert werden. Generell ist im Bereich der a. L. die Befundlage noch weniger breit und konsistent, als dies im Bereich der kogn. L. der Fall ist (Wolters, 2003).

Referenzen und vertiefende Literatur

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