Levomepromazin

 

(= L.) [engl. levomepromazine], [PHA], trizyklisches Antipsychotikum mit starker  anticholinerger und adrenolytischer Wirkung und somit stark sedierend. Ferner bewirkt es eine starke Blockade von 5-HT2-Serotonin- und H1-Histaminrezeptoren, während die Blockade von D2- und D3-Dopaminrezeptoren eher schwach ist und somit auch der antipsychotische Effekt gering ist. Die Verabreichung kann oral oder parenteral (intramuskulär) erfolgen. Plasmaspiegelmaxima werden nach oraler Verabreichung nach 2–3 Stunden, bei parenteraler Gabe nach 30–90 Minuten, beobachtet. Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei ca. 24 Stunden (parenteral: 16–78 Stunden), die orale Bioverfügbarkeit beträgt ca. 50%. Die  Metabolisierung erfolgt mit Beteiligung von CYP1A2 und CYP2D6. L. ist für folgende Indikationen zugelassen: Dämpfung von psychomotorischen Unruhe- und Erregungszuständen im Rahmen psychotischer Störungen (Psychose), bei akuten Erregungszuständen bei manischen Episoden (Manie), zur Kombinationstherapie bei der Behandlung von schweren und/oder chronischen Schmerzen. Die parenterale Anwendung sollte nur unter stationären Behandlungsbedingungen erfolgen. Die empfohlene orale Dosierung liegt bei stationären Pat. zu Beginn bei 75 – 100 mg/Tag (3 bis 4-mal 25 mg), im Verlauf ist eine Steigerung auf 150 mg bis zu 300 mg/Tag (maximal 600 mg/Tag) möglich. In der psychiatrischen Notfallsituation können parenteral 25–50 mg i.m., bei Bedarf fraktioniert bis max. 150 mg/d, verabreicht werden. Bei älteren Pat. ist eine Dosisreduktion nötig. Vor Behandlungsbeginn sollten kardiovaskuläre Störungen ausgeschlossen sein. Das Nebenwirkungsprofil entspricht dem Nebenwirkungsprofil anderer Antipsychotika der ersten Generation, allerdings sind wegen der geringen dopaminantagonistischen Wirkung (extrapyramidalmotorische Wirkungen) eher selten. Sehr häufig treten Müdigkeit, orthostatische Dysregulation, Hypotonie, Tachykardie, EKG-Veränderungen und Erregungsleitungsstörungen auf. Bei einem insgesamt als ungünstig einzuschätzenden Nebenwirkungsprofil sollten, vor dem Einsatz von Levomepromazin, Alternativpräparate, z. B. Benzodiazepine, niederpotente Butyrophenonderivate (Melperon, Pipamperon) und atypische Antipsychotika (u. a. Olanzapin, ggf. i. m.), vorrangig in Erwägung gezogen werden.