Lichttherapie

 

(= L.) [engl. light therapy], [KLI], L. gilt als nachweislich wirksam bei saisonal abhängigen Depressionen (Winterdepressionen). Neuere Untersuchungen belegen jedoch eine Wirksamkeit auch bei anderen Formen von Depressionen. Des Weiteren finden sich pos. Effekte bei Störungen der zirkadianen Rhythmik i. R. von Jetlag, Schichtarbeit, Verhaltensauffälligkeiten bei Demenzen und beim Erschöpfungssyndrom (Fatigue) bei onkologischen Pat. Gemäß der Richtlinien für L. wird der Einsatz von L.-Geräten mit fluoreszierendem Licht mit einer Intensität von mind. 2500 Lux (Behandlungsdauer: 2 Std. täglich) empfohlen. Die optimale Behandlungsdosis liegt bei 10 000 Lux für 30 Min. täglich. Die Behandlung sollte morgens, direkt nach dem Aufwachen, durchgeführt werden, wobei einige Pat. auch von abendlichen Behandlungen profitieren. Die meisten Pat. sprechen innerhalb der ersten Woche an, allerdings kann sich ein Behandlungserfolg auch erst nach 2–4 Wochen einstellen. Der genaue Wirkungsmechanismus der L. ist bis jetzt noch unklar. Der antidepressive Effekt wird mit großer Wahrscheinlichkeit über das Auge vermittelt, sodass sichergestellt werden sollte, dass Licht ausreichender Intensität auf das Auge trifft (ideal ist ein Winkel von 30–60 Grad, es ist nicht erforderlich, direkt in die Lichtquelle zu schauen). L. gilt als sehr nebenwirkungsarm, gelegentlich treten Kopfschmerzen, Augenirritationen, Übelkeit und Agitiertheit auf. Für die L. existieren keine absoluten Kontraindikationen, Vorsicht ist jedoch geboten bei Pat. mit schweren Augenerkrankungen sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die zu einer Erhöhung der Photosensitivität führen.