Liebe, evolutionspsychologischer Ansatz

 

(= e. L.) [engl. evolutionary analysis of love], [EM, SOZ], der e. L. konzipiert L. als natürliche soziale Kategorie (Soziale Kategorisierung), die sich funktional entwickelt hat, um die Bindungsbereitschaft der Partner zu signalisieren und damit den eigenen Fortpflanzungserfolg zu erhöhen. Der Ansatz befasst sich schwerpunktmäßig mit geschlechtsspezifischen Strategien der Auswahl und Gewinnung eines (Sexual-)Partners, die sich evolutionär aufgrund der unterschiedlichen Rollen bei der Fortpflanzung entwickelt haben und bis heute wirksam sind.

Für die Sicherung der erfolgreichen Weitergabe eigener Gene sind Männer bei der Partnerwahl darauf angewiesen, Frauen mit potenziell hohen reproduktiven Fähigkeiten zu identifizieren. Frauen nehmen durch Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit mehr Belastungen für die Fortpflanzung auf sich und legen aus diesem Grund mehr Wert darauf, einen Partner zu wählen, der die Versorgung und den Schutz der Kinder zu sichern. Diese geschlechtsspezifischen Partnerpräferenzen konnten in mehreren Untersuchungen bestätigt werden. L. dient im e. L. als Signal für die Bereitschaft, sich für die eigenen Nachkommen einzusetzen sowie die Beziehung aufrechtzuerhalten, und wird über verschiedene Liebeshandlungen, wie z. B. Unterstützung, sexuelle Treue oder Heirat, ausgedrückt.

Referenzen und vertiefende Literatur

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