Limbisches System

 

(LS) [engl. limbic system; lat. limbus Saum], [BIO], Grenzsystem zu den beiden großen, blasenförmigen Ausstülpungen des Neokortex (Gehirn). Es besteht aus zwei ineinander gelagerten, ringartig verknüpften Systemen: innerer Ring (Allokortex) und äußerer Ring (Mesokortex). Die Strukturen des LS sind in multiplen Erregungskreisen organisiert und als neuronales Substrat der Emotionen und der Bildung des Gedächtnisses von Bedeutung. Das LS ist mit Teilen des Hypothalamus so eng verbunden, dass diese dem «System» oft zugerechnet werden. Auch mit dem temporalen präfrontalen Neokortex bestehen enge Verbindungen, sodass beide oft als Teile des LS angesprochen werden. Das LS steuert das emotionale Verhalten und damit das Motivationsgefüge von Mensch und Tier. Global dient es der Adaptation an sich laufend ändernde Umwelten. Störungen des LS führen zu Störungen der emot. Verhaltensweisen und beim Tier zu Störungen des artspezif. Verhaltens. Im Rahmen von Epilepsie und Psychosen kommt es beim Menschen nicht selten zu Störungen des LS, wobei deutliche Verhaltensänderungen auftreten: Wutanfälle (Ärger), Kaubewegungen, Störungen des Verständnisses, Angstgefühle (Angst), Änderung der sexuellen Erregbarkeit, Geruchshalluzinationen. Hinzu kommen vegetative Reaktionen wie Änderung des Blutdrucks, der außer- und innersekretorischen Drüsenfunktionen. Unter Vermittlung des LS ist es möglich, teilweise auch bewusst auf die Verstellung versch. Körperfunktionen (Herzfrequenz, Atemfrequenz, periphere Durchblutung, Hauttemperatur; Autogenes Training) einzuwirken.

Referenzen und vertiefende Literatur

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