Limited Capacity Model of Motivated Mediated Message Processing

 

(= LC4MP) [engl.] Modell begrenzter motivierter medienvermittelter Informationsverabeitungskapazität, Lang (2000); [KOG, MD], das LC4MP ist ein ressourcenansatzbasiertes Modell kogn. Aufmerksamkeitsprozesse bei der Rezeption von Medieninhalten (Medienrezeption), das sich eng an Mehrebenen-Modellierungen kogn. Informationsverarbeitung orientiert. Hierbei folgt das LC4MP der Unterteilung von Informationsverarbeitungsprozessen in die Subprozesse der Encodierung, Speicherung und des Abrufs von Gedächtnisinhalten. Empirisch stellt Langs Modell eine Übertragung der Arbeiten Kahnemans (1973) dar, dessen begrenzter kogn. Ressourcen-Ansatz Aufmerksamkeitsverteilungen anhand von Orientierungsreaktionen mittels Secondary Task Reaction Time (STRT-Messung) misst. Das LC4MP nutzt die STRT-Messung als Indikator, um anhand einer Zweitaufgabe während des Medienkonsums (hier in erster Linie der Fernsehrezeption) eine Orientierungsreaktion auszulösen. Anhand dieser Orientierungsreaktion soll gemessen werden, wie viel kogn. Kapazität für die Verarbeitung der Medienbotschaft benötigt wird. Dabei teilt das LC4MP die Annahme, dass kogn. Ressourcen begrenzt sind und durch Aufmerksamkeitszuweisung zw. versch. Wahrnehmungsanlässen verteilt werden müssen. Für die Zuweisung kogn. Ressourcen i. R. der Nutzung von Medienangeboten macht das LC4MP neben motivationalen (Motivation) und wissensbasierten Faktoren auch formale Gestaltungsmerkmale der Medienbotschaft sowie das Vorhandensein von Triggern für Orientierungsreaktionen im Medienangebot (bspw. Animationen, schnelle Kamerabewegungen etc.) und die Komplexität der Medieninhalte verantwortlich. Lang stellt den Verarbeitungsprozess einerseits als einen motivierten bewussten Prozess, andererseits als eine automatische Aufmerksamkeitsverteilung (Orientierungsreaktionen) dar. Das LC4MP geht davon aus, dass die Art der Ressourcenzuweisung Auswirkung auf die Speicherung der Medieninhalte hat. Bei ausreichender Verfügbarkeit kogn. Ressourcen erfolgt eine entspr. gründlichere Verarbeitung der Medienbotschaften. Lösen Medienangebote selbst häufig Orientierungsreaktionen aus, so erfolgt die Ressourcenzuweisung automatisch, und formale Gestaltungsmerkmale besitzen einen Einfluss auf die Gedächtnisleistung. Dieser Zusammenhang kann in LC4MP-Studien als abhängig von der Komplexität der Medienbotschaften gezeigt werden: Bei inhaltlich geringerer Komplexität stellt sich, in der Folge von Orientierungsreaktionen, die durch Gestaltungsmerkmale hervorgerufen werden, eine höhere Gedächtnisleistung ein, was das LC4MP als Erhöhung der Ressourcenzuweisung interpretiert. Hingegen zeigt die erhöhte Ressourcenzuweisung bei komplexen Medienbotschaften, die zusätzlich durch ihre Gestaltungsmerkmale Orientierungsreaktionen auslösen, eine Abnahme der Gedächtnisleistung, die als kogn. Überforderung der Rezipienten interpretiert wird. Mit der Bezugnahme auf das LC4MP geht eine starke empirische Betonung der unmittelbaren Effekte kogn. Verarbeitungsprozesse einher (etwa Senkung der Herzfrequenz als Indikator einer Orientierungsreaktion bei höherem kogn. Ressourceneinsatz). Das empirische Repertoire i. R. des LC4MP sieht in der Folge keine Klärung der kogn. Verarbeitungsprozesse an sich vor, sondern fokussiert in erster Linie auf die Interpretation der In- und Output-Beziehungen zw. Aufmerksamkeitsprozessen (Input) und Abruf von Gedächtnisinhalten (Output). Im Speziellen zeigt sich eine Fokussierung auf empirische Designs, die auf Prozesse des Abrufes von Gedächtnisinhalten abzielen (operationalisiert in Form von abhängigen Variablen, wie etwa gestützte oder ungestützte Erinnerung medialer Inhalte) oder psychophysiologische Korrelate der Allokation kogn. Ressourcen nutzen, um Rückschlüsse auf Verarbeitungskapazität und Verarbeitungstiefe medialer Inhalte zu ziehen.

Verwendete Literatur

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