Lipmann, Otto

 

(1880–1933), [HIS], Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Banklehre, dann Studium der Philosophie und Ps., 1904 Promotion in seiner Heimatstadt Breslau bei Ebbinghaus. 1906 begründete Lipmann in Berlin nach einer Idee von William Stern das Institut für angewandte Ps. und psychol. Sammelforschung, das in den ersten Jahren als Einrichtung der Gesellschaft für exp. Ps. betrieben wurde. Das Institut war praktisch ein Archiv für Literatur, Tests, Testergebnisse, Kinderzeichnungen usw. Es übernahm auch Auswertungen gegen Auftrag (Sprung & Brandt, 2003). Das Institut wurde über Jahrzehnte ganz überwiegend aus eigenen Mitteln von Lipmann finanziert. Lipmann publizierte eine Vielzahl von Arbeiten zu verschiedensten Bereichen der angewandten Ps. Nachdem er 1933 aus rassistischen Gründen sein Amt als Herausgeber der Zeitschrift für angewandte Ps. sowie seinen Lehrauftrag an der Universität niederlegen musste und ein SA-Trupp sein Haus und das von ihm aufgebaute Institut verwüsteten, nahm er sich am 7. Oktober 1933 das Leben.

Referenzen und vertiefende Literatur

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