Liraglutid

 

(= L.), [PHA], Antidiabetikum aus der Gruppe der Inkretin-Mimetika. Wirkt als langwirksames Analogon des Inkretins Glucagon-like peptide 1 (GLP-1) und fördert u. a. die Insulinsynthese und -freisetzung aus den Betazellen. Ferner bewirkt es eine Verzögerung der Magenentleerung und eine Steigerung des Sättigungsgefühls. Da es sich um ein Peptid handelt, kann es nicht oral eingenommen werden, sondern muss einmal täglich subkutan gespritzt werden. L. ist in Dt. seit 2009 als Victoza® verfügbar. Seit 2014 ist eine Fixkombination mit Insulin (Xultophy®) zugelassen. In den USA wurde es im Jahr 2014 als ein neues Präparat zur Behandlung von Übergewicht und Fettleibigkeit registriert (Saxenda®). Die Indikationsgrenzen liegen bei Erwachsenen ohne Begleiterkrankung bei einem Body-Mass-Index von 30. Wenn Begleitrisiken wie Typ-2-Diabetes, arterielle Hypertonie, erhöhte Cholesterinwerte oder eine obstruktive Schlafapnoe vorliegen, darf das Mittel ab einem BMI von 27 eigesetzt werden. Eine Zulassung für den europäischen Markt in dieser Indikation wird erwartet. L. führt relativ häufig zu gastrointestinalen Nebenwirkungen. Bes. problematisch ist das Risiko einer schweren Pankreatitis.