Lorenz, Konrad Zacharias

 

(1903–1998), [HIS, KOG], österreichischer Ethologe, Mitbegründer der vergleichenden Verhaltensforschung. Studium der Med., Assistent am Anatomischen Institut Wien, 1933 Dr. phil. in Zoologie, 1937 Habilitation in Zoologie, 1940 Dozent, 1940 und 1941 Vertretung bzw. Besetzung der o. Prof. für Ps. in Königsberg, dort Leiter des Instituts für vergleichende Ps., 1941–1944 Arzt im Kriegsdienst, 1944–1948 russische Kriegsgefangenschaft. Nach Entlassung 1949 Gründung des Instituts für vergleichende Verhaltensforschung Altenberg (Österreich), 1951 Leiter der Max-Planck-Forschungsstelle für Verhaltensphysiologie Buldern in Westfalen. 1961 Direktor des Max-Planck-Forschungsinstituts für Verhaltensphysiologie Seewiesen in Oberbayern. 1973 Nobelpreis für Med. Obwohl Lorenz so gut wie keine Untersuchungen an Menschen durchführte, sind seine Arbeiten zur Ethologie für mehrere Bereiche der Ps. von Bedeutung. Mit Untersuchungen zur Prägung, mit Konzepten wie dem Kindchenschema als Auslösemechanismus, mit seinem Dampfkesselmodell menschlicher Motivation und besonders mit seiner der Psychoanalyse Freuds ähnelnden Aggressionstheorie (Lorenz, 1965a, 1965b; Aggression) hat Lorenz in der Ps. Kritik ausgelöst und faktisch Anstöße zur empirisch-ps. Forschung gegeben. Die Rolle von Lorenz zur Zeit der Besetzung Österreichs durch das nationalsozialistische Dt. ist bislang umstritten, insbes. seine Rolle als Heerespsychiater, in der er ehrenamtlich an einer «erbbiologischen» Studie an dt.-polnischen «Mischlingen» unter der Leitung des Ps. Hippius teilnahm (Taschwer & Föger, 2003). Belegt sind mehrere strittige Äußerungen von Lorenz zu Rassenfragen, so seine häufigen Warnungen vor der «Verhaustierung», d. h. vor der Domestikation der menschlichen Rasse im Zuge der Evolution.

Referenzen und vertiefende Literatur

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