Machtmotiv

 

(= M.) [engl. power motive], [EM, PER, SOZ], zeitlich stabiles und über verschiedene Situationen konsistentes Bedürfnis, machtthematische Ziele (Macht) anzustreben bzw. Situationen aufzusuchen, in denen dies möglich ist. Machtthematische Ziele sind dabei die Beeinflussung (Einfluss, sozialer) bzw. die Kontrolle anderer Individuen, bzw. die Gefühle (Gefühl), die damit verbunden sind. Ein M. kann durch eine starke Inhibitionstendenz unterdrückt werden, man spricht dann von einem sozialisierten M. Dieses resultiert in sozial verträglichem Machthandeln und findet sich häufig bei Führungspersonen (Führung) oder in sozialen Berufen (Lehrpersonen, Trainer, Pfarrer). Das sozialisierte M. ist häufiger als ein ungehemmtes M. mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) und organischen Erkrankungen verbunden, v. a. wenn gleichzeitig Bindungsmotive (Hoffnung auf Anschluss) gering sind. Ein ungehemmtes M. wird auch als personalisiertes M. bez. Es ist häufig mit sozial wenig verträglichem Machthandeln verbunden. Personen mit dieser Motivdisposition neigen zudem eher als Personen mit hohem sozialisiertem Machtmotiv zu exzessivem Alkoholkonsum, delinquentem Verhalten und Anhäufen von Prestigegütern.