Managerversagen

 

(= M.) [engl. destructive leadership], [AO], unter M. ist ein wiederholtes und systematisches Handeln oder Nichthandeln zu verstehen, das zum Verfehlen wichtiger Ziele führt, finanzielle Schäden verursacht, Arbeitsstrukturen und -effektivität zerstört sowie Motivation, Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter untergräbt (Einarsen et al., 2007). Die Begriffsvielfalt für M. ist groß, u. a. weil die Grenzen zw. nichtförderlichem und schädlichem Verhalten fließend und in hohem Maße kontextabhängig sind. Eine adäquate Diagnose unangemessenen Verhaltens basiert notwendigerweise auf dem Paradigma des dynamischen Interaktionismus und verlangt die Exploration sowohl relevanter Gefährdungssituationen (Critical Incident Technique) als auch persönlicher Gefährdungsdispositionen. In der Literatur zu M. werden folg. situative Gefährdungsfelder hervorgehoben: extremer Erwartungsdruck, politisch hochsensible Umfelder, Machtsphären, Informationsfilter, Feindseligkeit, fehlende oder hochvolatile Normensysteme. Als typische dispositive Gefährdungsbereiche gelten: destruktiver Narzissmus (Selbstüberschätzung), unzureichendes People Management, mangelnde Integrität, Mängel im komplexen Denken, unzureichende Adaptabilität, unangemessener Umgang mit Macht, Extremausprägungen im Leistungsmotiv sowie unangemessene Konfliktbearbeitung. Die adäquate Diagnose von M.-Gefährdung hat die Komplexität dieses Gegenstandes zu berücksichtigen. Sie basiert neben dem biografischen Interview auf multiplen Messverfahren, die v. a. die Bereiche Kognition, Selbstsystem, Motivation und soziale Kompetenzen erfassen.

Referenzen und vertiefende Literatur

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