Massenkollaboration

 

(= M.) [engl. mass collaboration], [MD, PÄD], stellt eine Variante kollektiven Handelns dar, die sich dadurch auszeichnet, dass eine Vielzahl von Personen eine Gemeinschaft bilden und gemeinsam an einem Projekt arbeiten (Cress et al., 2016). Meist finden derartige Projekte auf Online-Plattformen statt, wobei entspr. Software zum Einsatz kommt, die eine zeit- und ortsunabhängige Zus.arbeit ermöglicht. Häufig verwendete Kollaborationswerkzeuge sind Wikis (Tapscott & Williams, 2008), wie sie bspw. der Online-Enzyklopädie Wikipedia zugrunde liegen. Auf diese Weise entstehen gemeinsame digitale Produkte. Kollaborationen innerhalb einer Gemeinschaft sind dabei von schwächeren Formen gemeinsamer Interaktionen abzugrenzen, bei denen es keinen gemeinsamen Zielerreichungsprozess gibt: M. zeichnet sich dadurch aus, dass die beteiligten Personen sowohl die Prozesse als auch die Ziele und Ergebnisse ihrer Arbeit teilen (Jeong et al., 2017). Aus einer päd.-psychol. Sicht ist bedeutsam, dass durch eine M. nicht nur die beteiligten Individuen lernen können, sondern dass dabei auch gemeinsame Wissenskonstruktion stattfindet und somit neues Wissen entsteht. Empir. Studien zeigen, dass meist ein Mindestmaß von Unstimmigkeiten innerhalb einer Gemeinschaft von Kollaborierenden notwendig ist [engl. productive friction], um eine produktive Wissenskonstruktion zu ermöglichen (Holtz et al., 2018).

Referenzen und vertiefende Literatur

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