mathematische Kompetenzen, Entwicklungsmodell

 

[engl. mathematical competencies, development model], [EW, PÄD], unter die Entwicklung math. Kompetenzen fasst die Entwicklungsps. den Erwerb des Verständnisses für Zahlen bis hin zum Verständnis einfacher Rechenoperationen. Diese Entwicklung beginnt bereits mit der Geburt und vollzieht sich mind. bis in die Grundschulzeit. Das Entwicklungsmodell der Zahl-Größen-Verknüpfung (ZGV-Modell) beschreibt, welche Meilensteine Kinder hierbei bewältigen müssen. Es unterscheidet drei Entwicklungsebenen (= E.), die durch eine zunehmende Verknüpfung von Zahlen mit Mengen und Größen gekennzeichnet ist. Auf E. 1 verfügen Kinder zunächst über Basisfertigkeiten, die einerseits im Bereich Mengen/Größen, andererseits im Bereich Zahlwörter anzusiedeln sind, die sich aber noch nicht aufeinander beziehen. So kommen Kinder mit der Fähigkeit auf die Welt, Mengen aufgrund ihrer Fläche und ihres Volumens voneinander zu unterscheiden. Vorerst noch unabhängig hiervon beginnen sie ab etwa zwei Jahren damit, Zahlwörter aufzusagen (E. 1: nicht numerische Größenunterscheidung vs. Aufsagen von Zahlwörtern). Auf E. 2 werden diese beiden Basisfertigkeiten miteinander verknüpft, Zahlwörtern werden also Mengen und Größen zugeordnet. Es resultiert ein Größenverständnis von Zahlen, das den Vergleich zweier Zahlen anhand ihrer Größe ermöglicht (E. 2: Größenrepräsentation von Zahlen). Erst auf E. 3 begreifen Kinder schließlich, dass Zahlen auch Relationen zw. Mengen und Größen widerspiegeln. Sie können nun verstehen, dass der Unterschied zw. zwei Zahlen wieder eine Zahl ist und dass eine Zahl in andere Zahlen zerlegt oder aus diesen zus.gesetzt werden kann (E. 3: Verständnis für Zahlrelationen). Die beschriebenen Fähigkeiten sagen einen Großteil der Unterschiede in den lehrplanbasierten Mathematikleistungen der Grundschule vorher. Daher sollte sich mathematische Frühförderung an dieser Entwicklung orientieren.

Referenzen und vertiefende Literatur

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