Mayo, Elton

 

(1880–1949), [AO, HIS, SOZ], Soziologe, Ps., Organisationsforscher. Mayo wurde in Adelaide, Australien, geb., studierte Med. (ohne Abschluss), dann Sozialwiss. und Ps. Er lehrte in Queensland, emigrierte 1922 in die USA und wurde 1927 (ohne Promotion) Prof. für Industrial Research an der Harvard Business School, wo er bis 1947 lehrte. Mayo wurde zur Interpretation der komplexen Daten der frühen Hawthorne-Untersuchungen (Hawthorne-Untersuchung) herangezogen, leitete ab 1929 einen Teil der dortigen Untersuchungen, war mit drei Monografien und über 30 Aufsätzen maßgeblich an der Ergebnisdarstellung der Hawthorne-Untersuchungen beteiligt. Für seine Arbeiten erhielt Mayo Zuwendungen der Rockefeller-Stiftung. Bei den Untersuchungen legte er zunehmend Wert auf eingehende Befragungen, so wurden 20 000 Arbeiterinnen und Arbeiter nach deren Arbeitsmotivation befragt. Mayo bez. sein Vorgehen als Klinische Soziologie (clinical sociology). Er betonte in seinen Ergebnissen die Bedeutung sozialer Anerkennung und sozialer Beziehungen am Arbeitsplatz im Ggs. zu finanziellen Anreizen. Die Methoden und Befunde hatten später Einfluss auf Motivationstheorien, insbes. die Theorie der Arbeitsmotivation von Herzberg u. a. sowie auf die Entwicklung der psychoth. Gesprächsführung von Rogers. Mayo propagierte in den USA und Europa die human relations als Gegenbewegung zum Taylorismus (Taylor-System). Er starb in Großbritannien.

Referenzen und vertiefende Literatur

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