Media Richness Theory

 

(= M.) [engl.] «Theorie der Reichaltigkeit von Medien», [MD], ist eine Theorie der Medienwahl. Sie nimmt an, dass die Entscheidung zur Nutzung eines best. Kommunikationsmediums von der Passung zw. den Anforderungen der Situation einerseits und den Eigenschaften des Mediums andererseits abhängt. Situationen bzw. zu erfüllende Aufgaben werden dabei hinsichtlich ihrer Mehrdeutigkeit und Unsicherheit, Medien hinsichtlich ihrer Reichhaltigkeit unterschieden. Der M. zufolge eignen sich reichhaltige Medien besonders zur Bewältigung mehrdeutiger Aufgaben (etwa das Führen von Verhandlungen), während weniger reichhaltige Medien besser für die Übermittlung einfacher Fakten (etwa bei Planungsaufgaben) geeignet sind. Die Reichhaltigkeit eines Mediums hängt dabei von vier Aspekten ab: (1) von der Anzahl der zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle, (2) von der Schnelligkeit, mit der Rückmeldungen möglich sind, (3) von der Vielfalt der vermittelten Sprache sowie (4) von der Möglichkeit zur Entstehung sozialer Präsenz. Soziale Präsenz bezieht sich dabei auf das Ausmaß, in dem die an der medienbasierten Kommunikation beteiligten Individuen als natürliche Personen wahrgenommen werden (Short et al., 1976). Eine bes. reichhaltige Kommunikation ist demnach vor allem in einer Face-to-Face-Situation, aber auch in einer Videokonferenz möglich, während auf Textkommunikation reduzierte Systeme (wie E-Mail oder Chat) wenig reichhaltig sind. Eine Erweiterung der M. stellt die Media Synchronicity Theory dar. Computervermittelte Kommunikation.

Verwendete Literatur

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