Mediation

 

(= M.) [engl. mediation; lat. mediatio Vermittlung], [RF, SOZ], ist ein kommunikatives Verfahren zur einvernehmlichen Beilegung sozialer Konflikte, bei dem die Konfliktparteien (Medianten) von mind. einem unabhängigen Dritten (Mediator) zu einer Konsens-Lösung begleitet werden. Die Medianten arbeiten dabei freiwillig und tragen die Verantwortung für die Inhalte des Gesprächs und die konsensuale Regelung ihres Konflikts (Konfliktmanagement). Der Mediator dagegen hat keine inhaltliche Entscheidungskompetenz; er arbeitet allparteilich und ist verantwortlich für den Gesprächsprozess. Ziel der M. ist es, eine kooperative Kommunikation zw. den Medianten wiederherzustellen, sodass diese unterstützt von der meth. Strukturgebung des Mediators selbstständig eine eigenverantwortliche und einvernehmliche Lösung finden und vereinbaren können. Die typischen Phasen der M. sind (1) Auftragsklärung, (2) Themenfindung und -auswahl, (3) Verständigung über und Klärung der Konflikthintergründe (Interessen/Bedürfnisse, Emotionen und Werte), (4) Lösungssuche und -bewertung, (5) Vereinbarung bis hin zu rechtsverbindlichen Verträgen. Die M. wurde als Alternative zum gerichtlichen Verfahren entwickelt und ist seit 2012 auch in Dt. rechtlich verankert. Anwendungsfelder sind bspw. soziale Konflikte in Familien (z. B. bei Trennung, Scheidung, Erbschaften, Familienunternehmen), in Nachbarschaften, in Schulen, im Gesundheits- und Pflegewesen, im öffentlichen Raum, bei Umweltprojekten, beim Täter-Opfer-Ausgleich, im wirtschaftlichen Bereich (innerhalb oder zw. Unternehmen, zw. Kunden und Unternehmen) und im politischen Raum. Mediationstheorie.

Verwendete Literatur

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