Mediation bei politischen Intergruppenkonflikten

 

(= M.) [engl. mediation in intergroup conflict], [SOZ], M. ist die Intervention einer dritten Partei mit dem Ziel, die Betroffenen bei der Konfliktbearbeitung (Konflikt, sozialer, Mediation) zu unterstützen. Mediatoren bei Intergruppen- und internat. Konflikten können politische Repräsentanten, Privatpersonen (z. B. Geschäftsleute) oder Wissenschaftler sein. Sie sollten Vertrauen und Respekt der Konfliktparteien genießen und über inhaltliche (Informationen über den Gegenstand und die Konfliktparteien) und prozessuale Kompetenzen (Konfliktanalyse und -austragung, Kommunikation) verfügen. Es ist problematisch, wenn sie nicht neutral sind, sondern ausgeprägte eigene Interessen haben. Wesentliche Aufgaben des Mediators sind Hilfen bei Förderung einer produktiven Kommunikation, Klärung der zentralen Konflikte und der zugrunde liegenden Anliegen, Fragmentieren der Gesamtproblematik, Eingrenzen des Konfliktes, um eine Gewalteskalation zu vermeiden. Idealerweise sollen die Konfliktparteien selbst Lösungen finden, faktisch werden diese aber häufig vom Mediator nahegelegt. Mediation ist an erhebliche Voraussetzungen bei Konfliktparteien, Konfliktart und Mediatorpersönlichkeit gebunden. Psychol. Analysen zeigen, dass Erfolge eher wahrscheinlich sind, wenn der Konflikt mäßig intensiv ist, der Machtunterschied zwischen den Konfliktparteien gering ist, die Mediatoren hohes Prestige haben und aktive Strategien einsetzen bis hin zum Verwenden von Druckmitteln.