Mediendidaktik

 

(= M.) [engl. media didactics], [MD, PÄD], beschreibt eine wiss. Disziplin, die stark von interdisziplinären Bezügen geprägt ist. Forschungsbeiträge leisten u. a. die Pädagogische Psychologie, die Medienpsychologie, die Allgemeine Pädagogik und Didaktik sowie die Informatik. Die versch. Bezugsdisziplinen begründen, dass sehr unterschiedliche Forschungsfragen, Forschungsansätze und -methoden im Bereich M. zu finden sind. Bspw. gehen in der päd.-psychol. Lehr-Lern-Forschung einige Forscher der Frage nach, wie multimediale Instruktionen gestaltet werden sollten, um Lernprozesse unter Berücksichtigung des kogn. Systems der lernenden Person optimal zu fördern. Multimedia beginnt hier schon bei der Kombination versch. Präsentationsformate von Informationen, z. B. Bild- und Textinformationen im Lehrbuch oder computergestützten Lernprogramm. Forschungsfragen werden mittels empir.-quant. Untersuchungen im Labor (Experiment) oder bei möglichst kontrollierten Schulerhebungen (z. B. Beobachtung, Quasi-Experiment) beantwortet. International findet man hierzu Forschung unter dem Stichwort Instructional design (Niegemann, 2009) oder Multimedia Learning (Multimediale Lehr-Lern-Systeme) (Mayer, 2009). Dagegen werden in der aus der Allg. Pädagogik und Didaktik geprägten Forschung präskriptive Modelle formuliert, die beschreiben, wie didaktisch begründete Lernangebote entwickelt werden können. Dies ist ein gestaltungsorientierter Forschungsansatz, der aus der Tradition der Didaktik heraus z. T. mit einem geisteswiss. Zugang assoziiert ist. Gemeinsam betonen alle Forschungsansätze, dass nicht das Medium (z. B. Lehrbuch vs. sich rasant weiterentwickelnde und verbreitende neue Medien) an sich, sondern die Methoden und didaktischen Vorgehensweisen für erfolgreiches Lernen entscheidend sind.

Referenzen und vertiefende Literatur

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