Medienkompetenz

 

(= M.) [engl. media literacy], [MD, PÄD], M. beschreibt in der Medienpsychologie die Fähigkeit, angemessen mit Medien umgehen zu können. Das bedeutet, sie auswählen, nutzen und kritisch bewerten zu können sowie sie zu produzieren und sich mit anderen Menschen über Medien auszutauschen. M. bezieht sich dabei auf alle Medien, dazu zählen Funkmedien (Radio, Fernsehen), Druck- und Pressemedien (Zeitung), Bild- und Tonträgermedien (Kino, CD), neue Medien (Internet) sowie Lehr- und Lernmedien. Der Medienpädagoge Dieter Baacke gilt als der Erste, der 1973 M. beschrieben hat, ohne bereits den Begriff zu verwenden. In späteren Arbeiten stellt er das Bielefelder Medienkompetenz-Modell auf. Es besteht aus den vier Dimensionen Mediennutzung, Medienkunde, Mediengestaltung und Medienkritik. Norbert Groeben entwickelt das Modell in der Medienps. zu einem aktuell gebräuchlichen Modell weiter. Ziel ist das gesellschaftlich handlungsfähige Subjekt, das einerseits mit Medien umgehen und sie sich andererseits auch zunutze machen kann. Groeben formuliert 2002 sieben nicht hierarchisch angeordnete Prozessdimensionen: (1) Medienwissen und Medialitätsbewusstsein (z. B. zw. Fiktion und Realität unterscheiden können), (2) medienspezif. Rezeptionsmuster (z. B. Einschalten eines Programms), (3) medienbezogene Genussfähigkeit (z. B. Computerspiele genießen, ohne süchtig zu werden), (4) medienbezogene Kritikfähigkeit (z. B. die politische Ausrichtung eines Autors erkennen können), (5) Selektion/Kombination von Mediennutzung (z. B. Medien zielführend wählen), (6) produktive Partizipationsmuster (z. B. eine eigene Homepage erstellen) sowie (7) Anschlusskommunikation (z. B. mit Kollegen über Medieninhalte diskutieren). Studien zur M. beschränken sich meist auf einen dieser sieben Teilaspekte. Instrumente zur Messung der M. sind meist gezielt für praktische Anwendungen konzipiert und orientieren sich nur wenig an den Modellen. Medienpsychologie, Medienpädagogik.

Referenzen und vertiefende Literatur

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