Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)

 

[DIA, RF], Begutachtung der Fahreignung; hauptsächlich in Dt., Österreich und der Schweiz gebräuchliches Verfahren zur Überprüfung von Kraftfahrern auf ihre vorübergehende oder dauerhafte charakterliche und körperliche Eignung bzw. Nichteignung zur Führung von Kraftfahrzeugen. Grundlage ist die Europäische Führerscheinrichtlinie (eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/ALL/?uri=CELEX%3A32006L0126). Nach auffälligem Verhalten kann in Dt. – ausgelöst durch Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde oder eines Gerichts – der Kraftfahrer sich einer MPU in einer Begutachtungsstelle für Fahreignung (BfF) unterziehen, mit dem Ziel, die Bedenken der Fahrerlaubnisbehörde auszuräumen oder die Auflagen des Gerichts zu erfüllen, um anschl. seine Fahrerlaubnis behalten oder wiedererlangen zu können. Geregelt wird in Dt. das rechtliche Verfahren über die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Hauptsächlich Auffälligkeiten in Verbindung mit Alkohol und in den letzten Jahrzehnten auch mit illegalen Drogen führen zur MPU. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg führt u. a. ein Register der als auffällig gewordenen Kraftfahrer Fahreignungsregister (FAER). Andere Anlässe wie die Prüfung von gesundheitlichen Einschränkungen treten relativ selten auf. Der größte Teil der Verkehrsps. arbeitet im MPU-Bereich; es existiert meistens die Notwendigkeit einer amtlichen Anerkennung. Wesentliche Instrumente der MPU sind – hauptsächlich anlassbezogen auszuwählen – Funktionsprüfungen, biografische Fragekataloge und Exploration. Außenkriterien werden in der Legalbewährung (Dauer der späteren Unauffälligkeit) gesucht. Als Ergebnis einer MPU kann empfohlen werden, z. B. an psychol.-päd. Beratungen oder Maßnahmen zur Wiederherstellung der Fahreignung teilzunehmen. Über Konzepte der Verkehrsps. zu dieser Thematik berichtet Krüger (2009). Detaillierte Fachinformationen zur Prüfung der Fahreignung: Schubert et al. (2018).

Verwendete Literatur

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