Mehrfachbeschäftigung

 

(= M.) [engl. multiple jobholding, portfolio working], [AO], bei M. arbeiten Personen gleichzeitig in zwei oder mehr Beschäftigungsverhältnissen, die sich ggf. nach Dauer und Umfang der Beschäftigungen, Art der Beschäftigungsverhältnisse (angestellt, selbstständig) oder Berufen unterscheiden. Dies führt zu großer Heterogenität der Mehrfachbeschäftigten. M. ist in best. Berufsgruppen weit verbreitet (z. B. Schauspieler, Dozenten, Landwirte) oder häufig anzutreffen (z. B. Psychologen). Manche Mehrfachbeschäftigten führen neben einer Hauptbeschäftigung weitere Nebenbeschäftigungen, andere üben gleichwertige Beschäftigungsverhältnisse aus. M. betrifft – in Abhängigkeit von der Wirtschaftslage – 5 bis 10% der Erwerbstätigen und ist häufiger in qualifizierten Berufen zu finden. Die Beschäftigungen können sich gegenseitig ergänzen oder bereichern, aber auch in Konkurrenz um persönliche Ressourcen stehen. Für M. werden zum einen materielle Gründe genannt wie z. B. die fehlende Möglichkeit einer Vollbeschäftigung in einem Beruf, das zusätzliche Einkommen oder der Übergang bei beginnender Selbstständigkeit. Zum anderen werden nicht materielle Gründe angegeben wie z. B. die Bereicherung durch das Portfolio der Tätigkeiten oder soziale Kontakte. M. ist für die Arbeits- und Organisationspsychologie relevant wegen der gegenseitigen Beeinflussung der Berufe hinsichtlich Arbeitszufriedenheit, Stress am Arbeitsplatz oder persönlicher Ressourcen am Arbeitsplatz. Flexibilität von Beschäftigungsverhältnissen.

Verwendete Literatur

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