Meinong, Alexius Freiherr v. H.

 

(eigentlich Alexius Freiherr von Handschuchsheim bzw. Alexius Ritter von Handschuchsheim; Meinong verzichtete auf die Führung des Adelstitels), (1853–1920),  [HIS, WA], österreichischer Philosoph, Begründer der Grazer Schule der Gestaltpsychologie (Österreichische Schule, Grazer Schule). Geb. in Lemberg (heute Lwiw, Ukraine), aufgewachsen in Wien, Studium der Geschichte und Philosophie in Wien, Promotion über Arnold von Brescia, Schüler Carl Mengers und Franz Brentanos, 1878 Habilitation mit «Hume-Studien I: Zur Geschichte und Kritik des modernen Nominalismus», 1882 Berufung auf ein Extraordinariat an die Karl-Franzens-Universität in Graz, dort 1889 Ernennung zum o. Prof. 1886/87 hielt Meinong erste exp. psychol. Übungen ab und richtete 1894 das erste exp. psychol. Laboratorium in Österreich ein. Zu seinen Schülern gehörten Christian von Ehrenfels, Alois Höfler, Stephan Witasek, Vittorio Benussi, Ferdinand Weinhandl und Fritz Heider. 1916 wurde Meinong zum Hofrat ernannt. Bereits in den 1880er und 1890er Jahren veröffentlichte Meinong Aufsätze, die als Beginn der Gestalttheorie in der Ps. bewertet werden (Boudewijnse, 1999, Smith, 1988). Meinong sprach von Komplexionen als Gesamtheiten der Wahrnehmung, die durch die Aktivität des Betrachters entstehen (sog. Produktionstheorie, die i. Ggs. zur späteren Frankfurter/Berliner Schule der Gestaltps. stand).

Referenzen und vertiefende Literatur

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