Meliorationsprinzip

 

(= M.) [engl. melioration principle, melioration; lat. meliorare verbessern], [EM, KOG, WIR], als M. bez. Herrnstein & Vaughn (1980) die Tendenz, diejenige Alternative aus einem Set von Alternativen zu wählen, die momentan den höheren Wert (Nutzen bzw. Verstärkung) verspricht, ungeachtet der Alternative oder der Kombination von Alternativen, die über die Zeit den Gesamtnutzen maximieren würde (Entscheiden, Entscheidungstheorie). Bei der Wahl wird nur der momentane Nutzen berücksichtigt, nicht aber die Auswirkung auf zukünftigen Nutzen. Es wird die Alternative, die aktuell den größten Wert hat bzw. den größten Nutzen verspricht, gewählt. Wahlverhalten, das dem M. folgt, ist aus ökonomisch-rationaler Perspektive suboptimal und widerspricht dem Maximierungsprinzip. Es kann jedoch als partielle Maximierung interpretiert werden, bei der indirekte Effekte ignoriert oder untergewichtet werden. Ist der Wert der möglichen Alternativen monetär definiert und der Unterschied zw. den Alternativen groß, dann folgt das Wahlverhalten dem Maximierungsprinzip. Ist der Wert durch eine Zeitkomponente oder durch abstrakte Werte definiert oder ist der Wertunterschied zw. den Alternativen gering, dann folgt das Wahlverhalten dem M. (Herrnstein et al., 1993). Das M. basiert auf dem Gesetz der Wirkung (Effektgesetz, Gesetz des Effekts) und konnte sowohl bei Tieren als auch bei Menschen empirisch nachgewiesen werden. Ursachen für M. sind sowohl motivationale (z. B. Selbstkontrolle, Zeitpräferenz) als auch kogn. Prozesse (z. B. begrenzte Informationsverarbeitungskapazität; Informationsverarbeitung).

Verwendete Literatur

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