Mensch-Maschine-System

 

(= M.) [engl. human-machine system], [AO], systematisches Zusammenwirken von Menschen (Operateuren) und maschinellen Anlagen zu best. Zwecken, z. B. Flugsicherung, Kurssteuerung von Schiffen, Steuerung von Fertigungsstraßen usw. Operateur und Maschine werden als Elemente des M. mit den einheitlich formalen Begriff der Kybernetik beschrieben. Zwischen den Elementen des M. findet mind. Informationsübertragung, meist zusätzlich Transport von Masse und/oder Energie statt. Der Mensch übernimmt im M. die übergeordneten Sollwertvorgaben, wird aber auch häufig als Sollwert-Istwert-Vergleicher und Regler (Regelkreis) eingesetzt.

Beim Entwurf von M. ist auf zweckmäßige Verteilung der Aufgaben zw. Mensch und Maschine zu achten: Menschen sind als Systemelemente den Maschinen in der Erkennung komplexer Zeichen und Problemlagen und in der Fähigkeit zur Generalisierung, Problemlösung (Problemlösen) und zum Lernen (Verhaltens- und Programmänderung) überlegen. Die physikal. Zielerreichung des M. wird praktisch ausschließlich in Maschinen realisiert (Fertigung, Transport usw.). In der Informationsverarbeitung sind maschinelle Systemglieder dem Menschen in der Geschwindigkeit, numerischen Genauigkeit und quant. Ausdehnung relativ einfacher Routinen mit begrenzten Änderungsanforderungen überlegen. Die Ps. untersucht die Übertragungsfunktionen des Menschen als Element im M., wobei es bes. auf die Schnittstellen, die optimale Übermittlung von Informationen an den Menschen (Gestaltung von Anzeigeeinrichtungen) und vom Menschen auf die Maschine (Gestaltung von Bedienungselementen, Fahrständen, Pilotenkanzeln usw.) ankommt. Da die Maschinen, mit denen die Menschen arbeiten, heute in wachsendem Maße softwaregesteuerte Computer sind, werden Fragen der M. immer mehr zu Fragen nutzergerechter Gestaltung von Bildschirmanzeigen, Mensch-Rechner-Dialogen und dahinter stehender Software (HCI [engl. human-computer interaction]; Mensch-Computer-Interaktion). Der Begriff der M. wird auch auf neuartige Formen der Informationsübertragung zw. Organismus und Maschine, etwa Displays und Sensoren (z. B. Datenhandschuhe) für virtuelle Realität und in lebende Organismen eingesetzte elektronische Schaltkreise und Sensoren ausgedehnt. Mensch-Technik-Organisationsanalyse (MTO).

Referenzen und vertiefende Literatur

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