Mensch-Technik-Organisationsanalyse (MTO)

 

syn. MTO-Analyse, [AO, DIA], im Zuge der Ausdifferenzierung des MTO-Konzepts (MTO-Konzept) wurde eine spezif. Vorgehensweise für die ganzheitliche Analyse von Unternehmen entwickelt (Strohm & Ulich, 1997, Ulich, 2011). Die auf der Basis des soziotechnischen Systemansatzes (Emery & Trist, 1960) und der Handlungsregulationstheorie (Hacker, 2005, Volpert, 1987) entwickelte «ganzheitliche» MTO-Analyse erfordert Untersuchungen auf den Ebenen Unternehmen, Organisationseinheit, Gruppe und Individuum. Die angegebene Reihenfolge stellt sicher, dass Ergebnisse der Analysen auf den jew. «höheren» Betriebsebenen als Voraussetzung in die Analyse der nächst-«tieferen» Ebene eingehen (Schüpbach, 2014).

Ablauf: (1) Auf der Unternehmensebene werden mittels Dokumentenanalysen, Experteninterviews und Interviews mit der Geschäftsleitung u. a. Unternehmensziele, -strategien, -organisation, Produkte, Produktionsbedingungen, Personalstruktur, Technikeinsatz, Qualitätsmanagement, Innovationsverhalten, Lohnsystem, Arbeitszeitmodelle, Mitwirkungsrechte erfasst. (2) Anschließend erfolgt eine Analyse des Auftragsdurchlaufes von zwei bis fünf typischen und abgeschlossenen Aufträgen mittels Dokumentenanalysen, ablauforientierten Betriebsbegehungen, Experten- und Gruppeninterviews. (3) Die darauf folg. Analyse von Arbeitssystemen bezieht sich auf Inputs, Transformationsprozesse, Outputs, soziales und technisches Teilsystem, technisch-organisatorische Gestaltung, Schwankungen, Störungen und Hauptprobleme über Dokumentenanalysen, Experteninterviews, Gruppeninterviews. (4) Die im vierten Schritt mittels Dokumentenanalysen, Gruppeninterviews und Beobachtungsinterviews erfolg. Analyse von Arbeitsgruppen betrifft die Möglichkeiten zur kollektiven Regulation von Arbeitsaufgaben und Arbeitszeit, Umgebungsbedingungen, Qualifizierung, Leistung, Qualität, interner und externer Koordination. (5) Im fünften Schritt erfolgt mithilfe von Ganzschichtbeobachtungen, Beobachtungs- und Experteninterviews eine bedingungsbezogene Analyse von Schlüsseltätigkeiten zur Ermittlung von Arbeitseinheiten, Tätigkeitsabläufen, Kommunikations- und Kooperationserfordernissen, Mensch-Maschine-Funktionsteilung und ‑Interaktion, Regulationshindernissen. (6) Die folg. personenbezogenen Arbeitsanalysen ermitteln die Erwartungen der Beschäftigten an ihre Arbeit und die Wahrnehmung der tatsächlichen Arbeitssituation. (7) Die mittels Dokumentenanalysen und Experteninterviews durchzuführende Erhebung der soziotechnischen Geschichte schließlich dient der Analyse von Strategien, Vorgehen und Meilensteinen bei der technisch-organisatorischen Entwicklung des Betriebes. Arbeitsanalyse.

Verwendete Literatur

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