mentales Set

 

(= m. S.) [engl. mental set], [KOG], m.S. oder Aufgabenset bez. eine repräsentationale Kontrollstruktur (Repräsentation), die das kogn. System befähigt, eine Aufgabe adäquat auszuführen. Historisch kann der Begriff Set mit Einstellung übersetzt werden, wird aber heute zumeist mehr i. S. von Aufgabenrepräsentation verwendet. Typische experimentalps. Aufgaben erfordern eine eindeutig definierte Reaktion auf einen best. Reiz, wobei die kogn. Operation durch die Aufgabe festgelegt ist. Z. B. könnte eine einstellige Ziffer visuell dargeboten werden, und die Aufgabe besteht darin, einen Größenvergleich mit dem Standard 5 durchzuführen, und das Ergebnis dieses Vergleichs erfordert das Drücken einer linken (kleiner als 5) oder rechten Reaktionstaste (größer als 5). Im Vergleich zu einer solchen Single-Step-Stimulus-Response-Aufgabe kann ein m.S. aber auch die perzeptuellen (Perzeption), kogn. (Kognition) und motorischen (Motorik, Psychomotorik) Anforderungen komplexerer Multi-Step-Aufgaben festlegen (Monsell, 1996).

Ein m.S. muss als mentale Kontrollstruktur versch. Aspekte einer Aufgabe repräsentieren. Erstens muss ein allg. Aufgabenziel festgelegt sein (z. B. «achte auf numerische Größe»). Zweitens muss sowohl die Art der zu beachtenden Stimuli (Stimulus) als auch ihre Modalität spezifiziert werden (z. B. visuell dargebotene Ziffern); dadurch steuert ein m. S. sowohl Wahrnehmung als auch Aufmerksamkeit. Drittens muss ein m. S. eine kogn. Operation determinieren (z. B. Größenvergleich), die auf die Repräsentation des aktuellen aufgabenrelevanten Stimulus angewandt wird. Viertens muss das Ergebnis dieser kogn. Operation einer Reaktionsalternative zugeordnet werden, d. h. ein m. S. repräsentiert auch die Reiz-Reaktions-Zuordnung; dies beinhaltet eine Festlegung über die Art der möglichen Reaktionskategorien (z. B. links vs. rechts, oder kleiner vs. größer) und die Modalität der Reaktion (d. h. der spezif. Effektor, z. B. manuelle vs. vokale Reaktionen). Durch die Summe dieser repräsentationalen Anforderungen ist ein m. S. als eine komplexe Kontrollstruktur charakterisiert. Ein in den letzten zwei Dekaden häufig verwendeter exp. Zugang zur kogn. Dynamik von m. S. ist das Aufgabenwechsel-Paradigma (Aufgabenwechsel).

Referenzen und vertiefende Literatur

Sie sind schon registriert? Zur Anmeldung
Erstellen Sie einen Account um das komplette Literaturverzeichnis einzusehen.