Methode

 

(= M.) [engl. method;  gr. μετά (meta) über-, nachgeordnet, όδος (hodos) Weg], [FSE, PHI], mit einer M. werden versch. Ziele verfolgt, die entweder dem Erkenntnisgewinn (Forschungsm.) oder spez. Anwendungserfolgen dienen (z. B. diagn. M., Interventionsm., päd. M., Rehabilitationsm., Werbem.). Eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Begriffes und seiner Spezifizierungen in der Philosophie findet sich bei Ritter (1980). Die M.lehre (Methodologie) ist Grundlage jeder Wissenschaft. Allgemeine logische M. wie Induktion und Deduktion, Analyse und Synthese, Reduktion und Konstruktion sind allen Wissenschaften gemeinsam; die je bes. empirischen M. werden durch die Eigenart des Gegenstands bestimmt. Die wichtigsten empir. M. der Ps. sind Erlebnis-(Selbst-)Beobachtung (Introspektion) und Ausdrucks-, Verhaltens- oder Fremdbeobachtung. Dilthey meinte, Natur- und Geisteswissenschaften seien durch den Gebrauch der erklärenden (Erklären) und verstehenden (Verstehen) M. unterschieden und wollte der Ps. nur die letzteren vorbehalten. Eine der Ausgestaltungen der Verhaltensbeobachtung ist aber das Experiment, das auch der Erklärung von Phänomenen dient. In der Ps. steht die Identifikation und Prüfung von Kausalzusammenhängen im Zentrum des Forschungsinteresses (Evidenzbasierung, Forschungsprozess). Zu beiden Arten der von Dilthey unterschiedenen M. gehört die systematische Befragung (Exploration). Zur weiteren Bearbeitung der durch die Beobachtung gewonnenen Daten dienen die M. der Statistik.

Auch in der Ps. findet man die allg. M.gegensätze zw. den Positivisten (Positivismus) und Rationalisten (Rationalismus). Bes. Erstere betonen als methodologische Forderungen (Wissenschaftskriterien) der empirischen Forschung die Bedingungskontrolle, Intersubjektivität, Reproduzierbarkeit, Standardisierung, Repräsentativität und Unabhängigkeit der Ergebnisse von spez. Untersuchungssituationen. Daher lassen sie nur die Verhaltensbeobachtung (und ihre Ausgestaltungen) gelten, während nicht positivistische Forscher auch die Selbstbeobachtung, phänomenologische und idiografische Methoden benutzen (Empirische Sozialforschung, Qualitative Forschungsmethoden). Die Ps. ist in ihrer Geschichte durch umfangreiche Erörterungen dieser und anderer methodologischen Probleme gekennzeichnet. K. Bühler (1927, 1929) versuchte bereits, die herrschenden M.gegensätze zu überwinden und wies außerdem auf die Notwendigkeit hin, geistige «Gebilde» zu untersuchen, also auf die hermeneutischen M. (Hermeneutik).

Verwendete Literatur

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