Migräne

 

[engl. migraine; gr. ἡμικρανία (hemikrania) halber Schädel], [KLI], neurologische Erkrankung, bei der periodisch wiederkehrend und anfallsartig ein pulsierender, halbseitiger Kopfschmerz auftritt. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die Betroffenen haben das Bedürfnis, sich bevorzugt in einem ruhigen, abgedunkelten Raum zurückzuziehen. Nach dem Abklingen der Symptome fühlen sich die Pat. erschöpft, und es kann etwa 24 h dauern, bis sie sich vollst. von dem Migräneanfall erholt haben. In seltenen Fällen kann ein Migräneanfall über 72 h andauern, hier spricht man vom Status migraenosus. Dem eigentlichen Anfall gehen bei einigen Pat. neurologische Symptome in Form der sog. Migräneaura voraus. Sie äußert sich häufig in Sehstörungen, bei denen es zu Gesichtsfeldausfällen, zum Verlust des räumlichen Sehens, unscharfem Sehen oder einem Flimmerskotom (Wahrnehmung eines Flimmerns) kommt. Diese Sehstörungen wandern meist durch das Sichtfeld des Betroffenen und sind nur von relativ kurzer Dauer. Etwa 18 % der Frauen und 6 % der Männer in Dt. haben wiederholt Migräneanfälle, wobei die Ursachen nicht vollst. geklärt sind. Es werden eine Reizung des Nervus trigeminus durch erweiterte Gefäße, eine erhöhte Erregbarkeit der Hirnrinde der Betroffenen und versch. genetische Einflüsse diskutiert. Auslöser, die bei Menschen mit Migräne zu einem erneuten Anfall führen können, sind Stress, Schlafmangel, best. Lebensmittel (indiv. unterschiedlich), Alkohol, hormonelle Faktoren (bei Frauen) und Umweltfaktoren. Zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls eignen sich übliche Schmerzmedikamente (z. B. Ibuprofen) oder Triptane. Außerdem kann die Verabreichung eines Antiemetikums (gegen Übelkeit) sinnvoll sein. Prophylaktisch werden Betarezeptorenblocker (1. Wahl, zugelassen, z. B. Metoprolol oder Propranolol), Antikonvulsiva (Valproinsäure, Topiramat) oder Antidepressiva (v. a. trizyklische A., insbes. Amitriptylin) gegeben.