Militarismus

 

[engl. militarism], syn. militaristischeEinstellung, [SOZ], bez. im psychol. Sinne als Gegenpol von Pazifismus diejenigen Einstellungsmuster, die militärische Aufrüstung, den Gebrauch militärischer Gewalt als Instrument der Politik sowie eine starke Rolle des Militärs und militärischer Werte in der Gesellschaft rechtfertigen. Militarismus umfasst die Überzeugungen, dass (1) Krieg aufgrund der menschlichen Natur unvermeidbar sei; (2) die Androhung und Anwendung militärischer Gewalt ethisch akzeptabel seien und (3) erfolgreich zur Vermeidung bzw. Lösung von Konflikten beitragen könnten. Weiterhin ist Militarismus gekennzeichnet durch (4) pos. Gefühle gegenüber dem Militär und militärischen Werten sowie (5) best. außen- und sicherheitspolitische Präferenzen, wie z. B. die Befürwortung der Entwicklung neuer Waffensysteme, der Erhöhung des Militärhaushalts und konkreter militärischer Interventionen. Militarismus kann als Teil eines autoritär-punitiven Syndroms gesehen werden, zu dem u. a. auch Autoritarismus und Nationalismus gehören und das mit maskulinen, dominanz- und sicherheitsbezogenen Bedürfnissen und Wertorientierungen zus.hängt. Militarismus wird vermutlich stark durch soziale und soziokulturelle Faktoren beeinflusst und ist z. T. durch Prozesse des sozialen Lernens erklärbar. Die Schwächung von Militarismus wird als wichtiges Ziel des Friedensengagements und der Friedenserziehung genannt. Friedenspsychologie.

Referenzen und vertiefende Literatur

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